Träume bewahren vor Demenz

Schlaf ist für das körperliche und psychische Wohlbefinden sehr wichtig. An einem gestörten Schlaf lässt sich möglicherweise ablesen, ob das Risiko erhöht ist, eine Demenz zu entwickeln, ergab eine aktuelle Studie.


REM-Schlaf: Gehirnaktivität und Träume

Menschen mit Demenz leiden häufig unter Schlafstörungen. Unklar ist bislang aber, wie es dazu kommt und welche Art des Schlafes beziehungsweise welche Schlafphasen gestört sind und ob Schlafstörungen das Demenzrisiko beeinflussen.

Veränderungen der durch intensive Augenbewegungen gekennzeichneten REM (Rapid Eye Movement)-Schafphase, in der auch geträumt wird, machen Forscher der Swinburne University in Australien jetzt als Risiko für die Entwicklung einer Demenz aus. Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift "Neurology".

Der Schlaf besteht grundsätzlich aus zwei Phasen, die sich abwechseln. REM-Phasen und Non-REM-Phasen. Die ersten vier Phasen des Schlafs sind Non-REM-Phasen, es folgt eine REM-Phase. Die Schlafhasen wechseln sich regelmäßig ab und in einem Takt von 60 bis 90 Minuten tritt eine REM-Phase auf. In REM-Phasen ist das Gehirn aktiv und in diese Zeit fällt auch das Träumen.

Die Forscher untersuchten die Daten von Personen, die im Rahmen der großen 1971 begonnenen Framingham Heart Studie an einer Untersuchung ihres Schlafs teilgenommen hatten. Innerhalb einer dreijährigen Untersuchung war bei über 60-Jährigen der Schlaf mittels Polysomnographie aufgezeichnet worden. Mithilfe der Untersuchung lassen sich Schlafphasen genau bestimmen. 


Demenz: kürzere und verzögerte REM-Phasen

Die Studienteilnehmer wurden durchschnittlich 19 Jahre lang beobachtet, sodass sich die Häufigkeit auftretender Demenzen bestimmen ließ. Es zeigte sich, dass Studienteilnehmer, die eine Demenz entwickelten, weniger REM-Schlaf aufwiesen als jene, die nicht erkrankten. Demenzpatienten verbrachten 17 Prozent des gesamten Schlafs in REM-Phasen, Gesunde 20 Prozent. Zudem hatten Teilnehmer, die eine Demenz entwickelten, mehr Zeit gebraucht, bis REM-Schlafphasen einsetzten.

Mit jeder Abnahme des REM-Schlafs um ein Prozent stieg das Demenzrisiko um neun Prozent. Die Forscher diskutieren mögliche zugrunde liegende Mechanismen. Angst und Stress oder Atemstörungen könnten eine Rolle spielen und den REM-Schlaf stören. Dieser ist für den Erhalt der Gehirnfunktion bedeutsam.

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.09.17Zum AnfangZurück

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