Tödliches Duo: Sitzen und Gebrechlichkeit

Forscher machen für Menschen ab 50 Jahren eine gefährliche Kombination aus. Wer zu viel sitzt, sich wenig bewegt und gebrechlich ist, trägt ein größeres Risiko, vorzeitig zu sterben. Tipp der Forscher: Aufstehen und bewegen, wann immer dies möglich ist.


Sitzen und Altersschwäche: Was bringt Bewegung?

Empfehlungen zufolge sollten sich Erwachsene 150 Minuten pro Woche moderat intensiv bewegen. Alternativ sind 75 Minuten anstrengende körperliche Aktivität möglich. Können Erwachsene diesen Mindestanforderungen aber etwa aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht gerecht werden, sollten sie sich ihren Möglichkeiten gemäß so viel bewegen, wie es möglich ist.

Einer nationalen US-Gesundheitsbeobachtung zufolge erfüllen aber nur knapp 45 Prozent der Erwachsenen zwischen 65 und 74 Jahre diese Bewegungsempfehlungen. Untersuchungen zeigen, dass ältere Menschen oft mehr als neun Stunden täglich sitzen. 

Dass sitzendes Verhalten schädlich ist, ergaben verschiedene Studien. Kanadische Wissenschaftler der Dalhousie University untersuchten jetzt, inwieweit Gebrechlichkeit und Schwäche das Todesrisiko von Menschen mit sitzendem Lebensstil beeinflussen.

Sie prüften die Daten von Menschen im Alter von mindestens 50 Jahren, die an zwei aufeinander folgenden jährlichen Befragungen der nationalen US-Gesundheits- und Ernährungsuntersuchung teilgenommen hatten. In einem Teil dieser Studie trugen die Teilnehmer Fitnesstracker, um das Bewegungslevel beziehungsweise die sitzend verbrachte Zeit zu bestimmen. Die Forscher untersuchten zudem Faktoren der Gebrechlichkeit. Gebrechlichkeit ist als eine mit dem Alter auftretende Schwäche, unbeabsichtigte Gewichtsabnahme, zunehmende Langsamkeit und Müdigkeit definiert. Zudem untersuchten die Forscher die Todesdaten der Studienteilnehmer.


Gebrechliche Menschen profitieren von Bewegung besonders

Es zeigte sich, dass gebrechliche Menschen, die viel saßen und sich nach den Empfehlungen zu wenig bewegten, wahrscheinlicher starben. Das galt aber nicht für gebrechliche Menschen über 50 Jahre, die sich genug bewegten. Menschen, die nicht gebrechlich waren, schadete das vornehmliche Sitzen nicht in gleicher Weise.

Die Forscher legen Menschen, die gebrechlich sind, Bewegung ganz besonders ans Herz. Bei schwerer Einschränkung kann dies allerdings schwierig werden, gestehen sie zu. Diese Gruppe von Menschen konnte in der Studie nicht hinreichend berücksichtigt werden.

Grundsätzlich sollte Bewegungsmangel und zu viel sitzend verbrachte Zeit aber als Risikofaktor für Krankheit und Tod betrachtet werden, ähnlich wie das auch für das Rauchen gilt, glauben die Wissenschaftler. Ihre Studie erschien im Journal der kanadischen Medical Association. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.09.17Zum AnfangZurück

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