Stoff aus Darmbakterien verjüngt

Eine Substanz aus Darmbakterien, die auch in Brokkoli und Kohl vorkommt, könnte die Vitalität steigern und für ein längeres gesundes und aktives Leben sorgen. Der Stoff, der Jugend verspricht, könnte als Arzneimittel hilfreich sein, so Forscher. 


Indole versprechen jugendliche Fitness

Indole ist der Name einer Gruppe von Chemikalien, die in verschiedenen Pflanzen wie Jasmin und Orangenblüten vorkommen, aber auch in Fäkalien gefunden werden. Eine Art des Indols, das Indol-3-Carbinol sind in Gemüse wie Brokkoli und Kohl enthalten. Auch verschiedene Darmbakterien produzieren die Substanz aus der Aminosäure Trypotophan, die der Körper nicht selbst herstellen kann und über die Nahrung zugeführt wird.

Wissenschaftler der Emory University School of Medicine in Atlanta untersuchten die Auswirkungen von Indolen auf die Lebensspanne von verschiedenen Organismen wie Fruchtfliegen, Würmer und Mäusen. Sie fanden heraus, dass die Substanz weniger geeignet ist, das Leben deutlich zu verlängern, aber hilft, das Leben länger gesund und aktiv zu verbringen. Das halten die Wissenschaftler in Anbetracht des immer längeren Lebens von Menschen für wichtig. Ein langes Leben sei nicht unbedingt erstrebenswert, wenn viele Jahre in Gebrechlichkeit und Krankheit verbracht würden, so die Wissenschaftler. "Wir benötigen eine besseres Verständnis der Lebenspanne", fordern die Forscher. Mit dem medizinischen Fortschritt lebten Menschen zwar länger, doch ist es wichtig, dass das Leben so lange wie möglich in Gesundheit verbracht werden kann.


Forscher sprechen von "Dorian-Grey-Effekt"

In Studien fanden die Forscher heraus, das von E. Coli-Bakterien produzierte Indole Mäuse gegenüber Infektionen und anderem physiologischen Stress resistenter machten. In der aktuellen Studie erforschten sie die Wirkung der Indole auf Würmer. Ein Teil der Würmer konnte Indole produzieren, ein anderer Teil war genetisch so verändert, dass sie keine Indole herstellen konnten. Weitere Versuche starteten die Wissenschaftler mit Mäusen.

Würmer, die Indole produzieren konnten, waren auch im Alter mobiler und aktiver. Sie waren körperlich fitter und reagierten auf Hitzestress resistenter als Würmer, die keine Indole produzieren konnten. Auch den Mäusen verhalfen die Stoffe zu mehr Jugend, Kraft und Aktivität.

Die Wissenschaftler sprechen von einem "Dorian-Grey-Effekt" und halten es für möglich, die verjüngenden Substanzen auch beim Menschen einzusetzen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.09.17Zum AnfangZurück

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