Hormonersatztherapie: Risiko Hörverlust

Eine Hormonersatztherapie nach den Wechseljahren könnte mit dem Risiko eines Hörverlusts verbunden sein, finden Forscher heraus. Betroffen sind vermehrt Frauen, deren Wechseljahre spät auftraten.


Das Gehör von Männern leidet häufiger

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Hörverlust als Unfähigkeit, Sprachlaute von 25 Dezibel oder darunter wahrzunehmen. Dies führt oftmals zu Schwierigkeiten, Unterhaltungen zu verstehen und verschiedene Laute beziehungsweise Geräusche zu hören. Hörverlust betrifft etwa 20 Prozent der erwachsenen US-Bevölkerung. Dabei scheinen Frauen ein geringeres Risiko für Hörschäden zu tragen. Im Alter zwischen 20 und 69 Jahren weisen Männer ein doppelt so hohes Risiko für einen Hörverlust in Sprachfrequenz auf wie Frauen.

Es ist unklar, warum Frauen ein geringeres Risiko tragen. Einige Studien ließen die Vermutung aufkommen, dass das weibliche Hormon Östrogen schützend auf das Innenohr wirken könnte. Östrogen beeinflusst verschiedene Zellen in verschiedenen Körperbereichen wie Herz, Gehirn oder Blutgefäßen. Sind Frauen von Hörverlust betroffenen, tritt dies häufiger nach den Wechseljahren in der Menopause auf. In dieser Zeit sinken die Werte der weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen ab. 

Manche Forscher nahmen deshalb bereits an, dass eine Hormonersatztherapie nach den Wechseljahren vor einem Hörverlust bewahren könnte. Andere Wissenschaftler stellen die möglichen Nebenwirkungen einer Hormonersatztherapie in den Vordergrund.


Hormoneinnahme nach den Wechseljahren gefährden Gehör

Eine neue Studie im Fachjournal "Menopause" ging dem Zusammenhang jetzt auf den Grund. Dabei analysierten Forscher die Daten von mehr als 81.000 Frauen der "Nurses Health Study II". Zu Studienbeginn waren die Frauen 27 bis 44 Jahre alt. Sie wurden durchschnittlich 22 Jahre lang beobachtet. 

Etwa 23 Prozent der Frauen berichteten über einen Hörverlust in einem gewissen Grad. Es zeigte sich, dass eine Hormoneinnahme nach den Wechseljahren, insbesondere wenn die Hormone länger eingenommen wurden, mit einem erhöhten Risiko für einen Hörverlust verbunden war. Auch Frauen, die erst spät ihre letzte Monatsblutung aufwiesen und deshalb spät in der Menopause waren, wiesen ein erhöhtes Risiko auf, wenn sie Hormone einnahmen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.05.17Zum AnfangZurück

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