Helle Scheinwerfer gefährden im Verkehr

Augenärzte bemängeln die Helligkeit von Autoscheinwerfern. Die hellen Autolichter blendeten Fahrer im Gegenverkehr und würden damit die Sicherheit gefährden, heißt es im "Deutschen Ärzteblatt". Zwar sind besonders ältere Verkehrsteilnehmer blendempfindlich, doch auch jüngere haben damit zu kämpfen. 


Blendung gefährdet Sicherheit

Oftmals ist kaum zu unterscheiden, ob der Autofahrer, der im Gegenverkehr näherkommt, aufgeblendet hat oder ob die Scheinwerfer einfach so hell sind. Besonders auf regennasser Fahrbahn haben viele Autofahrer Probleme mit der Blendung durch den Gegenverkehr. Auch Augenärzte sehen in den hellen Autoscheinwerfern eine Gefahr, denn andere Verkehrsteilnehmer können durch die Blendung nichts mehr erkennen. Darauf weist Bernd Lachenmayr, Sprecher der Verkehrskommission des Bundesverbandes der Augenärzte Deutschlands und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft hin.

Durch die Blendung sei zwar kein Augenschaden zu befürchten, doch sei die Sicht für jüngere Verkehrsteilnehmer Bruchteile einer Sekunde eingeschränkt, bei älteren sogar bis zu zwei Sekunden lang. 

Hersteller sind bemüht, blendärmere Scheinwerfer zu entwickeln. Blendfreies Fernlicht wurde bereits in ersten Automodellen verbaut. Lachenmayr begrüßt die Entwicklung intelligenter Scheinwerfer. Allerdings würden diese innerhalb der kommenden Jahre nur beim Fernlicht eingesetzt. Im Stadtverkehr ist dies also nicht relevant.


Ältere Menschen sind blendempfindlicher

Besonders Verkehrsteilnehmer ab 50 Jahre leiden Lachenmayr zufolge unter Problemen mit dem Dämmersehen. Ursache ist oftmals eine Linsentrübung. In der Vergangenheit haben Autohersteller immer hellere Scheinwerfer entwickelt – dies trotz eines erhöhten Anteils von älteren, blendungsempfindlicheren Verkehrsteilnehmern.


Zukünftig sollen Sensoren in Fahrerassistenzsystemen Scheinwerfer in Teilbereichen und bestimmten Situationen abschalten, etwa wenn Auto-, Fahrradfahrer oder Fußgänger entgegenkommen. Aus kosmetischen Gründen sei die Tendenz in der Vergangenheit zu immer kleineren Lichtquellen gegangen, erklärt der Experte. Je kleiner aber die Lichtquelle, desto größer sei die Blendwirkung. 

 

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.01.17Zum AnfangZurück

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