Computerspiel bessert Vergesslichkeit

Wissenschaftler entwickelten eine App, mit deren Hilfe das Gedächtnis verbessert werden kann. Gedächtnisstörungen können Vorboten einer Demenz sein. Zunächst kommt es dabei zu leichten kognitiven Einschränkungen.


Computerspiel gegen Gedächtnisverlust

Als leichte kognitive Einschränkung wird eine Vergesslichkeit bezeichnet, die zwischen der normalen Altersvergesslichkeit und dem möglichen Beginn einer Demenz einzuordnen ist. Es kann sich bei einer leicht zunehmenden Vergesslichkeit also auch um erste Anzeichen einer sich entwickelnden Demenz handeln. Die Vergesslichkeit kommt im Alltag zum Tragen, aber es kommt zunehmend auch zu Veränderungen der Motivation.

Forscher der University Cambridge entwickelten jetzt eine App, um das Gehirn zu trainieren. Das Spiel "Game Show" soll helfen, die geistige Leistung und Motivation von Patienten mit leichten kognitiven Einschränkungen zu verbessern.

In einer Studie mit 42 Patienten, die an milden kognitiven Einschränkungen litten, zeigten die Wissenschaftler, dass ihr Computerspiel effektiv ist. Ein Teil der Patienten hatte acht Wochen lang das Computerspiel zum Gehirntraining durchgeführt. Eine andere Gruppe ging nur turnusmäßig wie üblich zum Arzt. Probanden der Spielergruppe spielten das Spiel in einstündigen Sitzungen.

Im Computerspiel sollten die Studienteilnehmer Muster geometrischer Figuren richtig zuordnen. Bei Erfolg gab es Goldmünzen zu gewinnen. Mit der Leistungsfähigkeit des Spielers stiegen auch die Anforderungen. Dies steigerte die Motivation. Wer sich im Spiel verbesserte, wurde immer wieder erneut herausgefordert.

Daneben führten die Forscher an den Studienteilnehmern wiederholt eine ganze Serie verschiedener kognitiver Tests durch. 


Spiel verbessert Gedächtnis um 40 Prozent

Patienten, die das Spiel gespielt hatten, verbesserten ihr Gedächtnis um 40 Prozent. Besonders verbessert war das episodische Gedächtnis. Das episodische Gedächtnis bezeichnet die Fähigkeit des Gehirns, Erinnerungen zu behalten und auch Details verschiedener Begebenheiten in der längeren oder näheren Vergangenheit zu erinnern. Diese Art des Gedächtnisses hilft zum Beispiel, sich zu merken, wo das Auto geparkt ist oder was am Vortag gegessen wurde. Zudem zeigte sich eine Verbesserung der visuellen Erinnerung.

Das Spielen verhalf Teilnehmern auch zu mehr Selbstvertrauen und Vergnügen. Außerdem motivierte es zum Weiterspielen, schreiben die Forscher im "International Journal of Neuropsychopharmacology". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.07.17Zum AnfangZurück

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