Migräneschmerzen machen Angst

Die generalisierte Angststörung kommt bedeutend häufiger bei Menschen vor, die auch unter Migräne leiden, finden Wissenschaftler heraus. Möglicherweise fördert der chronische Schmerz bei Migräne Ängste.


Chronischer Schmerz bei Migräne wirkt angstauslösend

Die generalisierte Angststörung ist mit einem ständigen Gefühl der inneren Anspannung und Sorge verbunden. Dabei handelt es sich oftmals um Sorgen, die andere Menschen auch kennen, aber nicht in der gleichen Ausprägung. Die Angst bei Patienten mit Angststörung ist so stark ausgeprägt, dass sie den Alltag beeinflusst, sie ist nicht mehr kontrollierbar. Damit verbunden sind körperliche und psychische Beschwerden. Herzklopfen, Schweißausbrüche, Schwindel, Muskelverspannungen und Schlafstörungen sind häufige Symptome. 

Kanadische Forscher der University of Toronto fanden heraus, dass Migränepatienten deutlich häufiger eine generalisierte Angststörung entwickeln als Menschen, die keine Migräne aufweisen. Sie machen für den gefundenen Zusammenhang die chronischen Schmerzen verantwortlich, die zur Sorge beitragen, den Verpflichtungen vor allem im häuslichen Umfeld, aber im Job oder anderen Bereichen nicht gerecht werden zu können.

Den Forscher zufolge trägt die Schwere und Unvorhersehbarkeit des chronischen Schmerzes bei Migräne zu der Entwicklung der generalisierten Angststörung bei. Männer mit Migräne wiesen zur Überraschung der Wissenschaftler allerdings eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für eine Angststörung auf wie Frauen mit Migräne. In der Allgemeinbevölkerung verhält es sich andersherum: Frauen sind häufiger von einer generalisierten Angststörung betroffen.


Männer mit Migräne entwickeln häufiger Angststörung

Möglichweise sind Männer häufiger betroffen, da sie seltener Medikamente gegen ihre Migräne einnehmen und deshalb mehr und stärkere chronische Schmerzen erleiden als Frauen, vermuten die Forscher. Mit einer stärkeren Unkontrollierbarkeit der Schmerzen könnte auch die Wahrscheinlichkeit des Aufretens einer generalisierten Angststörung steigen.

Darüber hinaus zeigten Studienergebnisse, dass eine Angsterkrankung wahrscheinlicher auftrat, wenn der betreffende Migränepatient keine Vertrauensperson hatte. Das soziale Umfeld und die Unterstützung von Vertrauenspersonen spielen demnach in der Vorbeugung einer Angststörung eine große Rolle, schreiben die Forscher im Journal "Headache". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.04.17Zum AnfangZurück

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