Cannabis: Legalität beeinflusst Jugendliche

In Staaten, in denen der Konsum von Cannabis erlaubt ist, gehen Jugendliche anders mit der Droge um, als in Ländern, in denen sie verboten ist. Das sollten Staaten mit Verbot bei Diskussionen um eine Legalisierung beachten.


Konsumenten jünger und experimentierfreudiger

Ist der Konsum von Cannabis erlaubt, sind Teenager beim ersten Kontakt mit der Droge häufig jünger als Jugendliche in Ländern mit Cannabis-Verbot. Außerdem sind sie häufiger dazu bereit, neue Arten auszuprobieren, wie man Cannabis einnehmen kann. Dazu zählen zum Beispiel die Aufnahme über essbare Darreichungsformen oder elektronische Verdampfer.

Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der Geisel School Of Medicine in Dartmouth. Ihre Erkenntnisse werden sie im Fachjournal "Drug and Alcohol Dependence" veröffentlichen.


Kosum nicht ohne Gefahren

Gerade in Debatten um eine Legalisierung von Cannabis bringen Befürworter der Droge häufig an, dass ihr Konsum verhältnismäßig harmlos sei. Dadurch gehen Jugendliche mit dem Stoff häufig leichtfertig um und unterschätzen Risiken bei der Anwendung. So gibt es unter anderem Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Schizophrenie und dem in der Cannabispflanze enthaltenen Stoff THC. Außerdem kann es zu Abhängigkeiten kommen, die bei einem Absetzen der Droge zum sogenannten "Cannabisentzugssyndrom" führen können.

Medizinisch eingesetzt kann Cannabis bei unterschiedlichen Krankheitsbildern wie zum Beispiel dem Tourettesyndrom oder Parkinson eine Verbesserung der Symptome bewirken. Bei Diskussionen um eine Legalisierung des Stoffes sollten also immer alle Seiten der Droge beleuchtet werden, um zu entscheiden, unter welchen Rahmenbedingungen es sinnvoll ist, den Handel mit Cannabis zu erlauben. 

In Deutschland sind der Anbau, Handel und Besitz von Cannabis verboten, während der Konsum an sich erlaubt ist. Viele Jugendliche haben dennoch früh und regelmäßig Kontakt mit der Droge, da der illegale Markt groß und die Beschaffung häufig einfach ist. Eine Legalisierung könnte das Alter des Erstkontakts weiter heruntersetzen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.07.17Zum AnfangZurück

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