Brustkrebsrisiko: Nächtliches Außenlicht

Künstliches Licht in der Nacht erhellt die Städte und ist möglicherweise mit verschiedenen Gesundheitsstörungen verbunden. Forscher entdeckten jetzt auch einen Zusammenhang mit Brustkrebs. Nächtliches Licht ist demnach vor allem für Frauen vor der Menopause ein Risikofaktor.


Licht stört Schlafhormon Melatonin

Frauen, die in Wohngebieten mit nächtlichem hellem Außenlicht wohnen, könnten ein höheres Risiko für Brustkrebs aufweisen als Frauen, bei denen es nachts dunkler wird. Das ergab eine Langzeituntersuchung der Harvard T.H. Chan School of Public Health. Der Zusammenhang war bei Frauen stärker ausgeprägt, die Schichtarbeit hatten beziehungsweise nachts arbeiteten.

In der modernen Welt ist künstliches Licht verbreitet und auch nachts erleuchten Lampen an Straßen oder Gebäuden Wohngebiete, sodass sich kaum noch Sterne ausmachen lassen. Das führt zu einer verminderten Menge des Hormons Melatonin und unterbricht den Tag-Nacht-Rhythmus beziehungsweise stört die innere Uhr, ergaben Studien.

Analysen der Daten von 110.000 Frauen, die an der Nurses Health Study II von 1989 bis 2013 teilnahmen, ergaben, dass Frauen mit der höchsten Lichtexposition in der Nacht ein bis zu 14 Prozent erhöhtes Brustkrebsrisiko aufwiesen. Mit dem Anstieg der nächtlichen Helligkeit nahm auch das Krebsrisiko zu. Die Lichtexposition von Orten maßen die Forscher anhand von Satellitenbildern aus der Nacht.


Lichtverschmutzung setzt vor allem in den Wechseljahren zu

Das erhöhte Brustkrebsrisiko galt allerdings nur für Frauen in den Wechseljahren und für Exraucherinnen oder Raucherinnen. Zudem waren Nachtschichtarbeiterinnen häufiger von Brustkrebs betroffen. Die Forscher vermuten, dass sich hier Faktoren ergänzen, die den Tag-Nacht-Rhythmus beziehungsweise die innere Uhr stören. 

Gesundheitliche und ökologische Probleme durch nächtliches Licht werden immer öfter ein Thema. In diesem Zusammenhang wird oftmals auch von Lichtverschmutzung oder Lichtsmog gesprochen. Die Wissenschaftler fordern mehr Studien zum Thema.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.09.17Zum AnfangZurück

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