Warum Frauen häufiger Arthrose entwickeln

Warum ältere Frauen häufiger Arthrose entwickeln als ältere Männer, war bislang unklar. Eine neue Studie findet nun Anhaltspunkte in der Gelenkflüssigkeit. Hier scheinen die weiblichen Geschlechtshormone eine Rolle zu spielen.


Forscher untersuchen Teile der Erbsubstanz in der Gelenkflüssigkeit

Die Gelenk- oder auch Synovialflüssigkeit umgibt das Gelenk und dient dem Schutz des Gelenkknorpels vor Reibung bei Bewegung. Anhand von Proben der Gelenkflüssigkeit lässt sich auf verschiedene Gelenkerkrankungen beziehungsweise auf die Gesundheit von Gelenken schließen. Mediziner vom Medical College of Georgia der Augusta Universität untersuchten nun Proben der Gelenkflüssigkeit aus den Knien von Frauen und Männern mit und ohne Arthrose. Sie konzentrierten sich auf die in der Gelenkflüssigkeit enthaltenen Exosomen. Exosomen sind Bläschen, die kleine Mengen der Erbinformation RNA tragen (mikroRNA), die reguliert, wie Erbinformation zum Ausdruck kommt und in Erscheinung tritt. Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten sie im Journal "Scientific Reports".

Die Forscher zeigen, dass sich die Aktivität der Mikro-RNA zwischen Frauen und Männern unterscheidet. Dies beeinflusst biologische Prozesse bei den Geschlechtern unterschiedlich. Bei Frauen fanden die Forscher wahrscheinlicher eine Deaktivierung oder Veränderung der mikroRNA, die für Signalwege des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen und die Produktion von Kollagen bedeutsam sind.


Weibliches Geschlechtshormon Östrogen ist mit Arthrose verbunden

Die Forscher erklären, dass geringe Östrogenwerte normalerweise in den Wechseljahren und der Menopause bei Frauen eine Rolle spielen. Die Menopause ist die Zeit nach der letzten Monatsblutung einer Frau. Geringe Östrogenwerte sind mit einer vermehrten Produktion knochenzerstörender Zellen verbunden. Studien zeigten bereits, das eine Hormonersatztherapie nicht nur die Östrogenwerte erhöht, sondern auch vor Arthrose schützt. Eine Hormonersatztherapie wird angewendet, zum Beispiel um Beschwerden der Wechseljahre zu lindern. Sie steht allerdings mit der Entstehung von Krebs in Verbindung.

Die Forscher vermuten, dass Östrogen die mikroRNA der Gelenkflüssigkeit beeinflusst. Sie konnten die Östrogenverfügbarkeit in der Gelenkflüssigkeit medikamentös senken, was die Arthrose positiv beeinflussen könnte. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.07.17Zum AnfangZurück

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