Muskelkraft: Frauen haben mehr Ausdauer

Männer sind größer und stärker, das bezweifelt kaum jemand. Groß und stark sagt aber wenig über die Ausdauer aus, so Wissenschaftler. Sie finden heraus, dass Frauen in der Ausdauer punkten und weniger müde sind als Männer, wenn sie längere Zeit beansprucht waren.


Männer leichter ermüdbar als Frauen

Größe und Stärke haben hinsichtlich der Muskelkraft von Männern weniger Bestand, so Forscher der University of British Columbia. Frauen besitzen demnach eine deutlich größere Muskelausdauer als Männer. Frauen waren in einer Studie nach natürlichen, dynamischen Muskelbelastungen weniger erschöpft als Männer der gleichen Altersgruppe und in vergleichbarem Trainingszustand.

Bereits bekannt war, dass Frauen bei isometrischen Muskeltests weniger ermüdbar sind. Bei isometrischen Belastungen handelt es sich um statische Belastungen wie beispielsweise das Heben von Gewichten, bei denen Gelenke nicht bewegt werden. Die Forscher wollten jetzt wissen, ob die Ausdauer von Frauen auch bei dynamischen praktischen Alltagsbelastungen überlegen ist. Es zeigte sich, dass auch dabei Frauen belastbarer waren.


Ergebnisse ermöglichen Anpassung des Arbeitsumfelds

Die Wissenschaftler hatten acht Männer und neun Frauen mit ähnlicher körperlicher Fitness untersucht. Sie sollten ihren Fuß 200mal so häufig und schnell gegen eine Reihe von Sensoren bewegen wie dies möglich war. Geschwindigkeit, Kraft und Drehmoment der Bewegungen sowie die elektrische Aktivität der Muskeln wurden gemessen und dokumentiert.

Die Wadenmuskulatur war von besonderem Interesse, da diese für Alltagsaktivitäten am wichtigsten ist.

Der Untersuchung zufolge waren Männer zu Beginn der Übungen stärker und schneller, wurden aber sehr viel schneller müde als Frauen. Die Ergebnisse könnten vor allem im Arbeitsumfeld von Männern und Frauen nützlich sein, um arbeitsbedingte Ermüdungen zu reduzieren, so die Forscher. Es geht ihnen nicht um einen Wettstreit, sondern darum, die Kräfte von Frauen und Männern bestmöglich einzusetzen und zu unterstützen. Auch für die Entwicklung gezielter Bewegungsprogamme könnten die Ergebnisse wichtig sein.






Quelle: Dr. Julia Hofmann08.09.17Zum AnfangZurück

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