Kinder leiden häufig unter Rückenschmerzen

Untere Rückenschmerzen kommen bereits bei jungen Kindern vor und werden mit zunehmendem Alter häufiger. Es lohnt sich, früh einzugreifen, um die Wahrscheinlichkeit zu senken, im Erwachsenenalter unter chronischen Rückenschmerzen zu leiden.


Kinder leiden oft unter unspezifischen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen bei Schülern sind verbreitet. Mit sieben Jahren haben schon ein Prozent der Kinder Erfahrung damit, mit zehn Jahren sind es bereits sechs Prozent und von den 14 bis 16 Jahre alten Jugendlichen sind bereits zehn Prozent betroffen. Allerdings werden nur sieben Prozent medizinisch versorgt. 

Eine Literaturanalyse von US-Sportmedizinern eines Kinderkrankenhauses kommt in der Fachzeitschrift der American Medical Association "JAMA Pediatrics" zu dem Schluss, dass die meisten bei Kindern und Jugendlichen vorkommenden Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich als gutartig zu bewerten sind. Das bedeutet, meist lassen sich keine schwereren krankhaften Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule und Bandscheiben feststellen.

Die Schwere der Schmerzen im Rücken kann jedoch den Alltag beeinträchtigen, zu Fehlzeiten in der Schule führen und der Teilnahme am Sportunterricht oder anderen sportlichen Aktivitäten im Weg stehen. Mit den Beschwerden in der Kindheit und Jugend wird zudem die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Rückenschmerzen im Erwachsenenalter wahrscheinlicher.


Rückenschmerzen kann Überbeanspruchung zugrunde liegen

Die aktuelle Studienanalyse zeigt, dass nicht ein einzelner Faktor für kindliche Rückenschmerzen verantwortlich ist. Meist liegt eine Überbeanspruchung oder Verletzung von Muskeln oder Skelett zugrunde. Sowohl sehr viel als auch zu wenig Sport können demnach mit Rückenschmerzen zusammenhängen. Doch auch schnelles Wachstum, psychosoziale Faktoren oder Rückenschmerzen bei Familienmitgliedern können eine Rolle spielen. Mädchen tragen ein erhöhtes Risiko für Rückenschmerzen.

Laut Wissenschaftlern müssen die meisten betroffenen Kinder nicht von Spezialisten behandelt werden. Allerdings ist es wichtig, ernsthafte Ursachen der Rückenschmerzen oder möglicherweise zugrundeliegende Erkrankungen auszuschließen. Meistens reicht bei unspezifischen Rückenschmerzen Ruhe und Rehabilitation sowie die Identifikation von Faktoren, die das Risiko von Rückenschmerzen erhöhen.

Da sich das Muskel- und Skelettsystem von Kindern noch entwickelt, ist es besonders verletzungsanfällig, so die Forscher. Dies gilt besonders für Zeiten eines schnellen Wachstums. Für Sportler ist besonders bei saisonalen Sportarten eine gute Vorbereitung wichtig, in der ein neuromuskuläres Training und Konditionstraining hilft, Verletzungen zu vermeiden.

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.02.17Zum AnfangZurück

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