Arthrose: Plazebo besser als Nahrungsergänzung

Nahrungsergänzungsmittel wirkten bei Arthroseschmerzen schlechter als Plazebopräparate. Die spanische Studie musste deshalb sogar vorzeitig abgebrochen werden. Ursachen könnten in Nebenwirkungen der Nahrungsergänzungsmittel begründet sein.


Pharmafirma will Wirksamkeit ihrer Arthrosemedikamente belegen

Viele Menschen mit Arthrose nehmen Glucosamin und Chondroitin ein, um ihre Schmerzen zu lindern. In einer kontrollierten Studie ergaben sich jetzt keine Hinweise auf eine Wirksamkeit der Nahrungsergänzungsmittel. Bei den Arthrosepatienten der Studie konnte sogar ein Scheinmedikament (Plazebo) die Schmerzen besser reduzieren.

Wissenschaftler untersuchten im Namen des Pharmaunternehmens Tedec Meiji Farma die Wirksamkeit ihrer Nahrungsergänzungsmittel Glucosamin und Chondroitin, um deren Wirksamkeit zu belegen. 164 Patienten mit Kniearthrose erhielten dafür per Zufall ausgewählt die Nahrungsergänzungsmittel oder Scheinpräparate. Die täglichen Dosen betrugen 1.500 Milligramm Glucosamin und 1.200 Milligramm Chondroitin. Die Scheinpräparate sahen genauso aus wie die Nahrungsergänzungsmittel. Schmerzen wurden anhand einer Schmerzskala gemessen.


Scheinpräparate: Weniger Schmerzen, weniger Nebenwirkungen

Die eigentlich auf ein Jahr ausgelegte Studie musste nach der Hälfte der Zeit abgebrochen werden. Es hatte sich gezeigt, dass Studienteilnehmer mit einer Plazebobehandlung offenbar mehr profitierten als Arthrosepatienten, die Nahrungsergänzungsmittel zu sich nahmen. Während Studienteilnehmer mit Nahrungsergänzungsbehandlung eine 19-prozentige Schmerzreduktion in den Schmerzmessungen erfuhren, kam es unter der Scheinbehandlung zu einer 33-prozentigen Schmerzminderung. 

Bezüglich der Kniefunktion ließ sich zwischen den Studiengruppen kein Unterschied ausmachen. Die Wissenschaftler vermuten, dass Nebenwirkungen in Magen und Darm zu einer höheren Einschätzung von Schmerzen geführt haben könnten. Nicht wenige Studienteilnehmer hatten ihre Teilnahme an der Untersuchung wegen erheblicher Nebenwirkungen sogar abgebrochen. 

Studienergebnisse wurden im Journal "Arhritis and Rheumatology" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.02.17Zum AnfangZurück

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