Yoga kann Depressionen verbessern

Bei Depressionen helfen antidepressiv wirksame Medikamente und Psychotherapien nicht immer ausreichend. Zusätzliches Yoga könnte zu einer Verbesserung beitragen, so Forscher. Mit schnellen Erfolgen ist aber eher nicht zu rechnen. Langfristig kann Yoga aber in Verbindung mit Antidepressiva zu einer messbaren Linderung von Depressionen führen. 


Yoga wirkt bei Depressionen erst nach längerer Praxis

Die konventionelle Behandlung von Depressionen erfasst die medikamentöse Therapie mit Antidepressiva und Psychotherapien. Doch manche Patienten reagieren nicht zufriedenstellend auf diese Behandlungen. US-Psychologen untersuchten jetzt die Auswirkungen von zusätzlichem Yoga im Vergleich zu einer zusätzlichen Aufklärung und Gesundheitserziehung.

Die Forscher vermuteten, dass Hatha-Yoga in Verbindung mit Antidepressiva Depressionen langfristig verbessern könnte. Nach zehn Wochen zeigte sich zwischen depressiven Patienten, die Antidepressiva und Hatha-Yoga erhielten, im Vergleich zu Patienten, die kein Yoga praktizierten, aber noch kein Unterschied in der Schwere ihrer Symptome.

Allerdings profitierten die Patienten später von Yoga. Nach drei bis sechs Monaten erwies sich die zusätzliche Yogabehandlung offenbar als wirksam. Yoga könnte demnach eine vielversprechende Behandlung von Depressionen bei Patienten sein, die nicht ausreichend auf Antidepressiva reagieren, so die Wissenschaftler. Allerdings müssten Betroffene das Yoga länger praktizieren, damit sich Erfolge einstellen. Mit ein paar wenigen Sitzungen ist es offenbar nicht getan. 


Hatha Yoga für Körper und Geist

Laut Wissenschaftler handelt es sich bei ihrer Studie um eine der bislang größten Untersuchungen zum Thema. Hatha Yoga ist eine populäre Form des Yoga. Dabei kommen langsame und entspannte Körper- und Atemübungen sowie Meditation zum Einsatz, die die Muskeln und den Geist stärken sollen. Die Form des Yoga ist auch für Anfänger geeignet und Schwierigkeitsgrade lassen sich steigern.

Ihre Studie veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Psychological Medicine".

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.05.17Zum AnfangZurück

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