Risiko für Magenkrebs ist gesunken

Immer weniger Menschen erkranken an Magenkrebs, zeigen Daten des Robert Koch Instituts (RKI). Als Ursache machen Experten weniger gezielte Maßnahmen des Gesundheitsschutzes als vielmehr veränderte Ernährungsgewohnheiten verantwortlich.


Magenkeim als Risikofaktor für Magenkrebs

Seit den 90er Jahren ist nicht nur in Deutschland ein Rückgang von Magenkrebserkrankungen zu verzeichnen. 2013 erkrankten 15.631 Menschen und damit nur halb so viele wie noch vor 40 Jahren. Die Sterbefälle aufgrund der Krankheit gingen sogar um zwei Drittel zurück, und dies, obwohl die Menschen immer älter werden und das Magenkrebsrisiko mit dem Alter zunimmt. Immer noch allerdings sind mit einem Verhältnis 3:2 mehr Männer als Frauen betroffen.

Auch in vielen anderen Regionen der Erde lassen sich rückläufige Sterbedaten aufgrund von Magenkrebs beobachten, wobei es regionale Unterschiede gibt. In den baltischen Staaten etwa sterben drei- bis viermal mehr Menschen infolge der Krebskrankheit als in skandinavischen Ländern. 

Etwa eine Million Menschen erkranken weltweit an Magenkrebs, der mit einer hohen Sterblichkeit verbunden ist. Der Rückgang der Erkrankungs- und Todesfälle ist verschiedenen Faktoren geschuldet. So steht der Rückgang von Magenkrebserkrankungen mit weniger Infektionen mit dem Keim Helicobacter pylori in Verbindung, der das Krebsrisiko erhöht. Das Bakterium ist aber weltweit immer noch für acht von zehn Magenkrebserkrankungen verantwortlich zu machen. Eine Abnahme von Infektionen könnte mit verbesserten Lebens- und Hygieneverhältnissen zusammenhängen.


Pökeln und Räuchern ist krebserregend

Auch mehr Möglichkeiten der Kühlung von Nahrungsmitteln könnten bedeutend sein. Eine längere Haltbarmachung lässt Konservierungsmethoden wie Pökeln oder Räuchern weniger werden. Bei dieser Art der Konservierung entstehen krebserregende Nitrosamine.

Die internationalen Unterschiede in der Häufigkeit von Magenkrebserkrankungen und Todesfällen sind zu einem großen Teil verschiedenen Ernährungsgewohnheiten und Unterschieden in der Lebensmittelverarbeitung zuzuschreiben.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung empfiehlt Ländern mit hohen Erkrankungszahlen, Programme zu starten, um chronische Infektionen mit Helicobacter pylori zu bekämpfen. In Deutschland können sich Menschen mit erhöhtem Risiko und Nachweis einer Infektion mit einer antibiotischen Kombinationsbehandlung behandeln lassen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.08.17Zum AnfangZurück

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