Natur-Cannabinoide gegen Entzündungen

Forscher entdeckten eine neue Gruppe von Molekülen im Körper, die ähnliche antientzündliche Eigenschaften aufweisen wie Marihuana. Die Moleküle stammen aus Omega-3-Fettsäuren, gesunden Fetten aus Fisch, Nüssen, Fleisch und Eiern.


Cannabis aus Omega-3-Fetten gegen Entzündungen?

Auch wenn Marihuana beziehungsweise Cannabis seit Jahrtausenden in der Medizin eingesetzt wurde, ist der Wirkmechanismus erst seit gut 40 Jahren geklärt. Die am stärksten aktive Substanz in Cannabis ist Tetrahydrocannabinol (THC). Es zeigte sich, dass THC natürlich vorkommenden Chemikalien im Gehirn gleicht. Diese natürlichen Cannabinoide nennt man Endocannabinoide.

Der Körper bildet die natürlichen chemischen Stoffe aus Nahrungsmitteln, die Omega-3-Fette enthalten. Endocannabinoide sowie die Rezeptoren, an die sie binden, finden sich im gesamten Körper und spielen für die Gesundheit eine große Rolle. Obwohl man schon viel über die Wirkungen weiß, sind die genauen Interaktionen etwa im Immunsystem noch nicht geklärt.

Da Endocannbinoide auf das Immunsystem wirken, sind sie auch medizinisch als entzündungshemmende Substanzen von Interesse. Von Cannabinoiden aus Cannabis sind antientzündliche und schmerzstillende Effekte bekannt.


Entdeckte Moleküle mit starker Wirkung

Forscher der Universität Illinois entdeckten jetzt an menschlichen und tierischen Zellen, wie aus Endocannabinoiden, die aus Omega-3-Fetten der Nahrung gebildet werden, stark antientzündlich wirkende Moleküle werden, die sich an Cannabinoidrezeptoren des Immunsystems binden. Sie heißen Omega-3-Endocannainoid-Epoxid.

Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass Omega-3-Endocannbinoid-Epoxid weitere Fähigkeiten besitzt und zum Beispiel die Weite von Blutgefäßen sowie die Verklumpung der Blutplättchen beeinflusst.

Die Studie belegt die Wirksamkeit von Omega-3-Fetten, die ähnlich der von Marihuana ist, aber nicht die Psyche beeinflusst. Die neu entdeckten Stoffe haben viel Potenzial, so die Forscher. Möglicherweise ließen sich Arzneimittel für entzündliche Erkrankungen des Nervensystems und für Gefäßerkrankungen des Gehirns entwickeln, schreiben sie in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.08.17Zum AnfangZurück

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