Ketodiät dämpft Entzündungen im Gehirn

In einer aktuellen Studie entdeckten Forscher den Mechanismus der entzündungshemmenden Wirkung auf das Gehirn bei einer Ketodiät. Sie hoffen, einen Angriffspunkt für Medikamente gefunden zu haben.


Ketodiät hat gesundheitlichen Nutzen

Eine Ketodiät ist mit einer reduzierten Aufnahme von Kohlenhydraten und einem hohen Anteil an Proteinen und Fett verbunden. Die Art der Ernährung soll nicht nur für purzelnde Pfunde sorgen, Studien erbrachten Hinweise auf weitere Vorteile. Demnach könnte die Ernährung für ein längeres Leben sorgen und auch helfen, das Gedächtnis in hohem Alter auf Trab zu halten.

Studien ergaben auch einen neurologischen Nutzen. Die Ketodiät findet deshalb unter anderem bei Patienten mit Epilepsie, Alzheimerdemenz und Morbus Parkinson Anwendung. Die Ketodiät könnte im Gehirn eine entzündungshemmende Wirkung entfalten, so der vermutete Effekt. Dabei war aber bislang unklar, wie die Ketodiät genau wirkt. Die aktuelle im Journal "Nature Communication" veröffentlichte Studie von US-Forschern klärt den molekularen Mechanismus der entzündungshemmenden Wirkung. 

Die Wissenschaftler konnten ein Schlüsselprotein ausmachen, das blockiert werden könnte, um die Effekte einer Ketodiät zu erzielen. Möglicherweise ließe sich also ein Wirkstoff entwickeln, der die antientzündliche Wirksamkeit besitzt, die auch eine Ketodiät aufweist. Eine Ketodiät müsste dann nicht eingehalten werden.


Forscher hoffen auf die Entwicklung eines Medikaments

Eine Ketodiät führt vor allem zu einer Veränderung des Energiestoffwechsels. Da Zucker aus Kohlenhydraten nicht zugeführt wird, greift der Körper auf andere Energieressourcen zurück. Über eine Blockade eines am Zuckerstoffwechsel beteiligten Moleküls erreichten die Forscher bei Nagetieren mit entzündlichen Hirnveränderungen einen ketogenen Stoffwechsel. Es zeigte sich, dass Entzündungen nachließen und Entzündungsparameter auf die Werte von gesunden Tieren sanken.

Da eine Ketodiät schwer einzuhalten ist, insbesondere für akut kranke Menschen, setzen die Wissenschaftler auf die Entwicklung eines Wirkstoffs, der einen ketogenen Stoffwechsel herbeiführt.

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.10.17Zum AnfangZurück

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