Vitamin B als Lungenkrebsrisiko

Eine Nahrungsergänzung in Form von Vitaminpräparaten ist beliebt. Auch Überdosierungen gelten oftmals als unschädlich. Forscher warnen: Hochdosiertes Vitamin B erhöht das Lungenkrebsrisiko von Rauchern – allerdings scheinbar nur bei Männern.


B-Vitamine im Verdacht, Krebswachstum zu fördern

Vitamine gelten allgemein als gesund. Viele Menschen ergänzen ihre Ernährung deshalb mit Vitaminpräparaten, ohne sich über mögliche unerwünschte Wirkungen viele Gedanken zu machen. Forscher entdeckten jetzt, dass hochdosiertes Vitamin B das Lungenkrebsrisiko männlicher Raucher stark erhöhen können. Die Studie wurde im "Journal of Clinical Oncology" veröffentlicht.

Den Vitaminen B6, B9 und B12 wird allgemein zugeschrieben, das Krebsrisiko zu reduzieren und andere gesundheitliche Vorteile zu besitzen. Wer die Vitamine aber lange Zeit einnimmt, müsse möglicherweise mit gegenteiligen Wirkungen rechnen, so die Forscher aus den USA und Taiwan.

Früheren Untersuchungen zufolge können die Vitamine B9 und B12 das Krebsrisiko um 21 Prozent erhöhen, vornehmlich das von Lungenkrebs. In der aktuellen Studie wurden die Daten von über 77.000 Menschen untersucht, die an einer Beobachtungsstudie teilgenommen hatten. Diese Studie diente der Ermittlung des Zusammenhangs zwischen der langfristigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Vitaminen oder Mineralstoffen und dem Krebsrisiko.

Zu Beginn der Studie in den Jahren 2000 und 2002 hatten die 50 bis 76 Jahre alten Studienteilnehmer genaue Angaben zur Art und zur Menge der in den vergangenen zehn Jahren eingenommenen Nahrungsergänzungsmittel gemacht. So ließ sich auch die Einnahme von Vitamin-B-Präparaten ermitteln.


Vitamin B erhöhte Lungenkrebsrisiko bei Rauchern deutlich

Die Analyse der Daten zeigte, dass die hochdosierte langfristige Einnahme von Vitamin B6 und B12 in Einzelpräparaten das Lungenkrebsrisiko männlicher Raucher um 30 bis 40 Prozent erhöhte. Bei Frauen zeigte sich dieser Zusammenhang nicht und auch für Vitamin B9 ließ er sich nicht nachweisen.

Männer, die rauchten und täglich über zehn Jahre lang 20 Milligramm Vitamin B6 zu sich nahmen, wiesen ein dreifach erhöhtes Lungenkrebsrisiko auf. Die Einnahme von täglich 55 Mikrogramm Vitamin B12 erhöhte das Lungenkrebsrisiko um das Vierfache. Die eingenommenen Dosen lagen allerdings um ein Vielfaches höher als die empfohlenen Dosierungen für die Vitamine. 

Die Forscher vermuten, dass B-Vitamine das Wachstum von Lungenkrebstumoren durch einen veränderten Stoffwechsel fördern. Sie empfehlen, Vitamine nicht einfach unkritisch einzunehmen, vor allem nicht hochdosiert. Anders sehe es aus, wenn ein Vitaminmangel vorliegt. Auch Vegetariern oder Veganern ist eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 manchmal zu empfehlen, da das Vitamin in tierischen Produkten enthalten ist.

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.09.17Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: