Prostatakrebs: Studie ist für PSA-Screening

Das PSA-Screening ist umstritten und wird teilweise nicht mehr empfohlen. Die erneute Analyse zweier wichtiger Studien ergab nun, dass die Untersuchung das Sterberisiko bei Prostatakrebs senken kann, heißt es im "Deutschen Ärzteblatt".


Widersprüchliche Studienergebnisse zum PSA-Screening

Der Anstieg eines Proteins, das prostataspezifische Antigen (PSA) kann den Verdacht auf Krebs der Vorsteherdrüse in der Frühphase lenken. Das Protein kann aber auch unter anderen Umständen und bei weniger gefährlichen Krankheiten wie einer vergrößerten Prostata (Prostatahyperplasie) erhöht sein. Ein erhöhter Wert von PSA allein lässt deshalb noch keine Aussagen über die Ursache zu und weitere Untersuchungen beziehungsweise eine wiederholte Prüfung des Wertes sind nötig. 

Bei vielen älteren Männer wächst Prostatakrebs sehr langsam, sodass sie von einer Behandlung nicht profitieren. Die Behandlung besteht in einer Entfernung der Prostata und Strahlentherapie. Die Entfernung der Drüse ist mit Problemen der Harnkontinenz und Potenz verbunden. Aus den verschiedenen genannten Gründen war das PSA-Screening viele Jahre heftig umstritten. 

Zwei große Studien, eine aus Europa und eine aus den USA, hatten die Auswirkungen des PSA-Screenings auf die Sterblichkeit bei Prostatakrebs untersucht und waren zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Während die europäische Untersuchung eine signifikante Senkung von Todesfällen ergab, ließ sich dies in der US-Studie nicht belegen.


Forscher: Screening ist nützlich, aber nicht bei allen

Einige Fachgesellschaften sprachen sich deshalb gegen den Test als allgemeine Screening-Untersuchung aus. Eine erneute Prüfung der Daten unter Behebung der Schwächen ergab nun, dass das PSA-Screening das Todesrisiko signifikant mindert. Nach der Korrektur der Schwächen kamen beide Studien zu vergleichbaren Ergebnissen.

Die Forscher sprechen sich für eine Screeninguntersuchung aus. Wichtig sei die Klärung der Frage, wie ein Schaden durch die Untersuchung zu verhindern wäre. Die könnte zum Beispiel dadurch geschehen, nur Männer zu screenen, denen durch diese Untersuchung zu einem längeren Leben in guter Lebensqualität verholfen wird.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.09.17Zum AnfangZurück

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