Körpergewicht und Krebs hängen zusammen

Übergewicht könnte eine weitaus größere Bedeutung für die Entstehung von Krebs haben als bislang angenommen. Vielen Krebserkrankungen ließe sich einer aktuellen Studie zufolge vorbeugen.


Wissenschaftler prüfen 13 Arten von Krebserkrankungen

Übergewicht und Fettleibigkeit haben sich weltweit endemisch ausgebreitet und stellen ein großes Gesundheitsproblem dar. Die US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC) warnen: Etwa 40 Prozent aller Krebserkrankungen gehen auf das Konto von Übergewicht und wären vermeidbar.

Zwischen 2013 und 2014 waren zwei von drei Erwachsenen in den USA übergewichtig oder sogar fettleibig. Um Übergewicht handelt es sich, wenn der Body Mass Index (BMI) zwischen 25 und 29,9 liegt. Der BMI dient der Abschätzung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße. Ein BMI von 30 und mehr bezeichnet Fettleibigkeit.

Wissenschaftler der CDC und des National Cancer Institutes untersuchten die Häufigkeit von Krebserkrankungen anhand von Erkrankungsdaten der US-Krebsstatistik aus 2014 und untersuchten zudem die Entwicklung in den Jahren 2005 bis 2014.

Ihren Fokus legten die Forscher dabei auf 13 Krebsarten, die nachweislich mit Übergewicht zusammenhängen. Darunter fallen beispielweise Krebs der Speiseröhre, der Brust nach den Wechseljahren, Darmkrebs, Krebs der Gebärmutter, der Gallenblase und des Magens. Zusätzlich untersuchten sie die Daten hinsichtlich des Auftretens von Krebs der Niere, Leber und Schilddrüse, der Eierstöcke und der Bauchspeicheldrüse sowie des Meningeoms, ein langsam wachsender Tumor des Gehirns und das multiple Myelom.


Übergewicht und Krebs: Frauen gefährdeter

Etwa 630.000 Menschen entwickelten in den USA 2014 eine der genannten Krebserkrankungen. Ihre Diagnosen machten 40 Prozent aller Krebsdiagnosen aus. Besonders häufig erkrankten Menschen über 50 Jahren. Zwei von drei der beschriebenen Krebserkrankungen ereigneten sich bei 50- bis 74-Jährigen.

Bei Frauen zeigten sich stärkere Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Krebs. Bei ihnen waren 55 Prozent der Krebserkrankungen mit Übergewicht verbunden, bei Männern nur 24 Prozent.

Zwischen 2005 und 2014 war ein Zuwachs von gewichtsassoziierten Krebserkrankungen um sieben Prozent zu verzeichnen. Gleichzeitig sank die Erkrankungshäufigkeit von Krebserkrankungen, die nicht mit Übergewicht verbunden sind, um 13 Prozent.

Die Wissenschaftler betonen die Bedeutung der Gewichtsabnahme beziehungsweise des Haltens eines gesunden Gewichts. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.10.17Zum AnfangZurück

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