Gewichtsverlust durch OP beugt Krebs vor

Stark übergewichtige Frauen, die nach einer gewichtsreduzierenden Operation abnehmen, reduzieren ihr Krebsrisiko um bis zu ein Drittel. Das betrifft alle Krebsarten, doch vor allem jene, die mit Übergewicht in Verbindung stehen.


Gewichtsreduktion durch OP senkt Krebsrisiko um ein Drittel

In den USA wurden 2012 um die 72.000 neue Krebserkrankungen bei Frauen und 28.000 bei Männern diagnostiziert. Über ein Drittel der US-Erwachsenen leben mit Fettleibigkeit, mehr Frauen als Männer. Übergewicht und Fettleibigkeit stellen nicht nur ein Risiko für Herzkreislauf- und Stoffwechselkrankheiten dar, sondern auch ein Krebsrisiko.

In einer US-Studie untersuchten Forscher rückblickend die Daten von 22.000 Menschen, die sich einer operativen Therapie zur Behandlung ihres Übergewichts unterzogen hatten. Diese Operationen sind zum Beispiel Magenbypass-Operation, Magenverkleinerung und Magenband.

Nach den Eingriffen am Magen wiesen Betroffene innerhalb der zehn folgenden Jahre ein geringeres allgemeines Krebsrisiko auf. Besonders profitierten Patienten aber hinsichtlich Krebserkrankungen, deren Risiko bei Übergewicht erhöht sind. Das ist zum Beispiel Brustkrebs nach den Wechseljahren, Gebärmutterkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs. Die Wissenschaftler waren überrascht, wie stark gewichtsreduzierende Eingriffe das Krebsrisiko senken. Studienergebnisse veröffentlichten sie in den "Annals of Surgery".


OP vermindert Risiko von Frauenkrebsarten nach den Wechseljahren

Das Krebsrisiko nach der gewichtsreduzierenden Operation ließ sich um 33 Prozent senken. Noch größer war der Erfolg für Krebsarten, die mit Übergewicht verbunden sind. Brustkrebs nach den Wechseljahren ereignete sich zu 42 Prozent weniger wahrscheinlich, das der Gebärmutter zu 50 Prozent. Das Risiko für Darmkrebs sank um 41 Prozent und das für Bauchspeicheldrüsenkrebs um 54 Prozent.

Die gesenkte Wahrscheinlichkeit für die mit Übergewicht verbundenen Krebserkrankungen führen die Wissenschaftler u. a. auf eine Veränderung der weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) bei einer Gewichtsabnahme zurück. Besonders Brustkrebs und Gebärmutterkrebs nach den Wechseljahren hängen mit den Östrogenen zusammen. Zudem könnten Verbesserungen des Stoffwechsels mit dazu beitragen, dass nach einer Gewichtsabnahme seltener Krebs entsteht.

Warum sich reduzierte Krebsrisiken durch gewichtsreduzierende Operationen in der Studie nicht für Männer belegen ließen, ist unklar. An der Studie nahmen allerdings mehr Frauen teil und die größte Reduktion von Krebs bezog sich auf Krebs der weiblichen Geschlechtsorgane.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.10.17Zum AnfangZurück

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