Vitamin D bei Verbrennungen

Trotz intensiver Forschung nach neuen Therapieansätzen kommt es bei Brandwunden auch heute noch häufig zu Komplikationen während der Heilung. Nun steht Vitamin D im Fokus englischer Wissenschaftler und ihre Ergebnisse eröffnen mögliche Wege für die Therapie. 


Brandopfer verlieren Vitamin D

Der menschliche Körper kann Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht über mehrere Zwischenschritte selbstständig herstellen. In den Zielorganen angekommen, entfaltet das Vitamin eine hormonähnliche Wirkung.

Menschen mit großflächigen Verbrennungen weisen einen rapiden Abfall des Vitamin-D-Spiegels im Blut auf. Die Mechanismen, die zu diesem Vitaminverlust führen, sind noch nicht geklärt. Ein Auffüllen der Speicher durch die Gabe hoher Dosen des hormonell wirksamen Vitamins könnte aber eine kostengünstige und effektive Behandlungsmethode für Brandopfer sein, die zudem arm an Nebenwirkungen ist.


Patienten mit höheren Vitamin-D-Spiegeln erholen sich besser 

Prof. Jenat Lord und ihr Team untersuchten in ihrer Arbeit die Rolle von Vitamin D bei der Wundheilung von Verbrennungen. Komplikationen wie eine verzögerte Heilung oder bakterielle Infektionen sind bei Brandwunden trotz intensiver Forschung ein häufges Problem. Das kann die Lebensqualität Verletzter dauerhaft beeinträchtigen und auch ihre Sterblichkeit erhöhen. Da Vitamin D antibakterielle Eigenschaften hat, weckte es das Interesse der Forscher.

In ihrer Studie fanden die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen den Vitamin-D-Spiegeln im Blut von Brandopfern und ihrer Genesung. So erholten sich Patienten mit höheren Gehalten des Vitamins im Blut besser von ihren Verletzungen. Patienten mit niedrigen Leveln hingegen litten häufiger an Komplikationen und wiesen eine höhere Sterblichkeit auf. Der schnelle Ausgleich des Vitamin-D-Verlusts nach Brandverletzungen könnte deshalb zukünftig eine große Rolle in der Behandlung spielen. 

Ihre Ergebnisse stellten die Forscher auf der jährlichen Konferenz der "Society of Endocrinology" in Harrogate, England, vor.

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.11.17Zum AnfangZurück

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