Schlafmangel setzt Immunsystem zu

Viele Menschen berichten, sie würden krank, wenn sie zu wenig schlafen. Kann das sein? Eine Studie liefert jetzt Hinweise darauf, dass tatsächlich ein Zusammenhang besteht. Chronischer Schlafmangel wirkt sich demnach negativ auf das Immunsystem aus. 


Forscher machen Studie an eineiigen Zwillingen

Wie die Länge des Schlafs das Immunsystem beeinflusst, untersuchten Forscher in einer im Fachmagazin "Sleep" veröffentlichten Studie. Die Blutprobenanalyse von elf eineiigen Zwillingen mit unterschiedlichen Schlafmustern der Geschwister zeigten, dass eine ausreichende Schlafdauer am besten für das Immunsystem ist. Zwillingsgeschwister mit Schlafmangel wiesen ein unterdrücktes Immunsystem auf. Offiziell empfohlen werden mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Die Ergebnisse der aktuellen Studie stützten diese Empfehlung.

Eineiige Zwillinge waren für die Untersuchung ausgewählt worden, damit beeinflussende Erbfaktoren auf die Länge des Schlafes ausgeschlossen werden können. Erbfaktoren bestimmen 31 bis 55 Prozent der Schlafdauer, so die Wissenschaftler. Sie erklären, dass ein kurzzeitiger Schlafmangel unter Laborbedingungen Entzündungsmarker erhöht und Immunzellen aktiviert. Wie chronischer Schlafmangel unter normalen Lebensbedingungen wirkt, war aber bislang nicht geklärt. Die Forscher konnten jetzt zeigen, dass Programme für die Immunantwort weißer Blutzellen herunterfahren, wenn der Schlaf dauerhaft zu kurz ist.


Verminderte Immunantwort bei chronischem Schlafmangel

Die Befunde der Untersuchung stimmen mit Studienergebnissen überein, die belegen, dass Schlafmangel eine geringere Immunantwort nach Impfungen bedingt. Menschen mit Schlafmangel infizieren sich zudem eher mit Rhinoviren, Auslöser von Schnupfen und Erkältungen. "Ausreichender Schlaf ist für die allgemeine Gesundheit, das Wohlbefinden und besonders für das Immunsystem wichtig", schließen die Wissenschaftler aus den Ergebnissen ihrer Studie.

Es ist bekannt, dass Schlafmangel zu einer Vielzahl gesundheitlicher Störungen führen kann. Stoffwechselveränderungen und Hormonstörungen gehören dazu. So gerät zum Beispiel der Kohlenhydratstoffwechsel durcheinander, sodass das Risiko für Diabetes erhöht sein kann. Schlafmangel schlägt sich auch in den Stresshormonen nieder.

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.02.17Zum AnfangZurück

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