Parkinson: Hepatitis erhöht Risiko

Menschen mit Hepatitis B oder C weisen ein erhöhtes Risiko auf, die neurodegenerative Erkrankung Morbus Parkinson zu entwickeln, finden britische Wissenschaftler heraus. Häufiger sind Menschen mit Hepatitis B betroffen. 

Hepatitis C bleibt oftmals unbemerkt

Hepatitis ist eine entzündliche Lebererkrankung, die vor allem durch Virusinfektionen verursacht wird. Die am häufigsten beteiligten Viren sind Hepatitis B und C. Hepatitis B wird durch Kontakt mit Blut, Samen und Körperflüssigkeiten infizierter Menschen übertragen, Hepatitis C oftmals durch verunreinigtes beziehungsweise geteiltes Injektionsbesteck bei Drogenabhängigkeit oder Verunreinigung von anderem medizinischen Besteck.

Die meisten Menschen mit Hepatitis B entwickeln Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und dunkel gefärbtem Urin. Der Großteil der mit Hepatitis C Infizierten hat dagegen keine Beschwerden und weiß deshalb auch nichts davon, unter einer Infektion zu leiden. 

Studien ließen bereits einen Zusammenhang zwischen Hepatitis und Parkinson vermuten, doch stand bislang eher Hepatitis C im Verdacht und weniger Hepatitis B. Morbus Parkinson ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Bei der auch als Schüttellähmung bezeichneten Krankheit kommt es vor allem zu Bewegungsstörungen wie Zittern und Starre. 


Ursache des gefundenen Zusammenhangs ist unklar

Wissenschaftler der University of Oxford in Großbritannien untersuchten den Zusammenhang zwischen Hepatitis B und C und Parkinson in einer im Fachjournal "Neurology" veröffentlichten Studie. Sie konnten auf die Daten von 22.000 Menschen mit Hepatitis B und 48.000 Menschen mit Hepatitis C zurückgreifen. Darüber hinaus wiesen 60.000 Menschen eine autoimmune Hepatitis, 4000 eine chronisch aktive Hepatitis und 20.000 Patienten HIV auf.

Die Forscher verglichen die Häufigkeit des Auftretens der Parkinsonkrankheit dieser Patienten mit sechs Millionen Menschen, die aufgrund anderer Erkrankungen wie etwa eines Katarakts am Auge im Krankenhaus behandelt wurden.

Menschen mit Hepatitis B wiesen ein um 76 Prozent erhöhtes Risiko auf, Morbus Parkinson zu entwickeln. Hepatitis C erhöhte das Risiko für die neurologische Krankheit um 51 Prozent. Mit anderen Hepatitisformen oder HIV ließ sich dagegen kein Zusammenhang herstellen.

"Die Entwicklung der Parkinsonkrankheit ist komplex", so die Wissenschaftler. Es spielen Erbfaktoren und Umweltfaktoren eine Rolle. Ob bei Hepatitis B und C die Viren selbst das Auftreten der Krankheit fördern oder ob möglicherweise Behandlungen für das erhöhte Krankheitsrisiko verantwortlich zu machen sind, ist unklar und bedarf weiterer Forschungsarbeit.

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.04.17Zum AnfangZurück

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