Schlafprobleme setzen Herz und Hirn zu

Chronischer Schlafmangel wirkt sich gesundheitlich negativ aus. Dass er das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht, ist das Ergebnis einer aktuellen Studienanalyse zum Thema, berichtet das "Deutsche Ärzteblatt".


Schlafstörungen haben psychische und körperliche Auswirkungen

Einschlaf- und Durchschlafstörungen sowie ein nicht erholsamer Schlaf sind mit einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko verbunden, zeigt eine Studienanalyse im "Journal of Preventive Medicine". Dies ist hinsichtlich der Häufigkeit von Schlafstörungen bedeutsam. Laut einer Studie zur Gesundheit der Erwachsenen in Deutschland (DEGS1) litt jeder dritte Erwachsene in den vergangenen vier Wochen unter klinisch bedeutsamen Schlafstörungen. Ein Fünftel berichtete von einer schlechten Qualität des Schlafs. 

Chronischer Schlafmangel steht mit Gesundheitsstörungen und Krankheiten in Verbindung. Nicht nur die Psyche, auch Hormone und Stoffwechsel sind beeinträchtigt. Belegt ist beispielweise ein Anstieg des Blutdrucks sowie gesteigerte Entzündungsreaktionen.


Forscher: Depressionen könnten eine Rolle spielen

Wissenschaftler der chinesischen medizinischen Universität Shenyang analysierten nun 15 Studien mit mehr als 160.000 Teilnehmern zum Thema. Demnach war das Risiko für ein Herzkreislaufereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Menschen mit Einschlafstörungen um 27 Prozent erhöht. Durchschlafstörungen steigerten dieses Risiko um elf Prozent. Nicht erholsamer Schlaf erhöhte das Risiko für ein Herzkreislaufgeschehen um 18 Prozent. Frühmorgendliches Erwachen war dagegen nicht mit erhöhten Herzkreislaufrisiken verbunden.

Auch wenn die relativen Risiken ausfallen, könnten Schlafstörungen zu einem großen Teil zur Entstehung von Herzinfarkten und Schlaganfällen beitragen, so die Forscher. Welche Mechanismen zum Tragen kämen, ist bislang unklar. Nachteil der Untersuchung wäre, dass depressive Erkrankungen in der Studie nicht berücksichtigt wurden. Studien konnten bereits zeigen, dass Depressionen mit einem erhöhten Herzkreislaufrisiko einhergehen. Wenn auch dieser Zusammenhang ebenfalls nicht geklärt ist, leiden Menschen mit Depressionen häufig unter Schlafstörungen, was ihr Herzkreislaufrisiko erhöhen könnte. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.04.17Zum AnfangZurück

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