Mobbing schädigt Gesundheit

Werden Kinder gemobbt, kann das langfristige gesundheitliche Konsequenzen haben, warnen Forscher. Dies ergab eine Langzeituntersuchung an Männern, die seit der ersten Klasse beobachtet wurden. 


Mobbing setzt nicht nur der Psyche zu

Männer, die in ihrer Kindheit Mobbing ausgesetzt waren, rauchen häufiger und nehmen Drogen wie Marihuana ein. Sie erleben mehr Stress und reagieren aggressiver als Männer, die diese Erfahrung nicht gemacht haben. Auch finanzielle Probleme kommen nach Mobbingerfahrungen in der Kindheit offenbar häufiger vor. 

Vor den langfristigen gesundheitlichen Folgen von Mobbing warnen Wissenschaftler der University of Pittsburgh nach einer Studie mit 300 Männern. Männer mit Mobbingerfahrungen weisen demnach größere Gesundheitsrisiken wie zum Beispiel Herzkreislaufrisikofaktoren auf. Sie würden häufiger im späteren Leben schwere Erkrankungen entwickeln.

Die Untersuchung der gesundheitlichen Langzeitfolgen von Mobbing wurde den Forschern zufolge bislang vernachlässigt. Die meisten Untersuchungen konzentrierten sich auf psychische Folgen. Tatsächlich wirke sich Mobbing aber auch langfristig auf die körperliche Gesundheit aus.

Bisherige Untersuchungen konnten Mobbing mit einem vermehrten Auftreten von Stress, Wut und Feindseligkeit in Verbindung bringen, aber auch erhöhte Risiken von Herzinfarkt, Schlaganfall und hohem Blutdruck wurden bekannt.


Mobbing erhöht Herzkreislaufrisiken

Den aktuellen Studienergebnissen liegt eine Untersuchung an ursprünglich 500 Kindern der fünften Klasse zugrunde. Bei den regelmäßigen Untersuchungen wurden Kinder, Eltern und Lehrer miteinbezogen. Nachuntersuchungen der ursprünglichen Studienteilnehmer gelangen bei 300 erwachsenen Männern. Diese füllten nicht nur Fragebögen zu ihrer psychosozialen Befindlichkeit und ihrer Gesundheit aus, sondern wurden auch Blutuntersuchungen und anderen körperlichen Untersuchungen zur Erfassung der Herzkreislaufgesundheit und Entzündungsvorgängen unterzogen.

Ergebnisse der Untersuchung wurden im "Psychological Science" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.05.17Zum AnfangZurück

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