Migräne mit Aura erhöht Schlaganfallrisiko

Migräne mit Aura ist mit einem erhöhten Risiko für einen Schlaganfall verbunden, ergab erneut eine Untersuchung an Zwillingen. Eine Aura beschreibt neurologische Symptome, die meist vor Beginn der Kopfschmerzen auftreten. Etwa 25 Prozent der Migränepatienten sind davon betroffen.


Bei fast 25 Prozent der Patienten kündigt Aura Migräne an

Nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) leiden zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung unter Migräne. In den USA sind 39 Millionen Kinder und Erwachsene betroffen. 25 Prozent dieser Patienten haben eine Migräne mit Aura. Die oftmals als Vorbote des Kopfschmerzes auftretende Aura besteht aus verschiedenen neurologischen Symptomen wie Sehstörungen, Schwindel, Taubheitsgefühlen und Kribbeln auf einer Seite des Körpers oder Problemen beim Sprechen.

Mehrere Studien stellten bereits einen Zusammenhang zwischen einer Migräne mit Aura und einem erhöhten Risiko für einen Schlaganfall her. Schwedische Wissenschaftler des Karolinska Instituts in Stockholm wollten dies prüfen und wissen, ob bei einem erhöhten Risiko familiäre Faktoren beziehungsweise Erbfaktoren zum Tragen kommen.

53.000 schwedische Zwillinge einer Zwillingsdatenbank lieferten Daten für ihre Studie. Von diesen hatten mehr als 8.600 Migräne, rund 3.500 eine Migräne mit Aura. Durchschnittlich zwölf Jahre lang wurden die Studienteilnehmer hinsichtlich des Auftretens eines Schlaganfalls beobachtet.


Forscher: Bei Aura ist Schlaganfallrisiko moderat erhöht

Im Vergleich zu Zwillingen ohne Migräne wiesen jene mit Migräne und Aura ein um 27 Prozent erhöhtes Schlaganfallrisiko auf. Migräne ohne Aura stand dagegen nicht mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko in Verbindung. 

Anhand von Zwillingspaaranalysen konnten die Wissenschaftler familiäre Faktoren wie Umwelteinflüsse und Erbfaktoren ausmachen, die den gefundenen Zusammenhang verstärkten. 

Das erhöhte Risiko eines Schlaganfalls bei Migräne mit Aura ist aber moderat, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "Brain". Familiäre Faktoren spielen eine Rolle und bedürfen weiterer Untersuchungen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann11.10.17Zum AnfangZurück

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