Feuerwehrleute tragen Herzinfarktrisiko

Mitglieder der Feuerwehr setzen nicht nur bei Bränden ihr Leben aufs Spiel, um zu helfen. Der riskante Beruf ist mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko verbunden, finden Forscher heraus. Die Hitze und der Stress sind Ursachen dafür.


Forscher messen Auswirkungen von Hitze

Wer beruflich Brände bekämpft, setzt sich möglicherweise nicht nur akut einer Lebensgefahr aus, weil er sich Verbrennungen oder andere Verletzungen zuziehen kann. Das Feuer und die Hitze bergen offenbar eine weitere schleichende Gefahr. In den USA gehen 45 Prozent der Todesfälle von Feuerwehrleuten während Bränden auf das Konto von Herzkreislaufkrankheiten. 

Um der Ursache dieses Zusammenhangs auf die Spur zu kommen, untersuchten Wissenschaftler aus Großbritannien und Schottland 19 gesunde Feuerwehrmänner, die nicht rauchten, und belegten spezifische Veränderungen der Blutgefäße nach einem Brandeinsatz.

Die Studienteilnehmer hatten im Abstand von einer Woche an zwei simulierten Brandübungen teilgenommen. Während dieser Übungen mussten sie Opfer mit einem Gewicht von 170 Pfund aus dem zweiten Stock retten. Es herrschten Temperaturen von mehr als 400 Grad Celsius.


Hitze belastet Herzkreislaufsystem extrem

Messungen von Herzkreislaufwerten ergaben, dass die hohe Belastung beim Brandeinsatz den Herzmuskel auch gesunder Feuerwehrmitglieder schädigen kann. Auch im Blut der Studienteilnehmer ließen sich Veränderungen nachweisen, die ein erhöhtes Herzrisiko erklären können. Als Reaktion auf die Beanspruchung und Hitze wiesen die Teilnehmer eine gesteigerte Blutgerinnung auf. Die genauen Zusammenhänge zwischen der Hitze und den gefundenen Veränderungen sind allerdings unklar.

Nach einem Einsatz wiesen die Untersuchungsteilnehmer einen niedrigeren Blutdruck auf. Dies sei der Austrocknung und einer verstärkten Hautdurchblutung geschuldet, so die Forscher. Die vermehrte Durchblutung der Haut dient der Kühlung des überhitzten Körpers. Die Körperkerntemperatur stieg an und der Körper verlor Wasser, sodass das Blut konzentrierter war.

Den Forschern zufolge sind nicht nur Feuerwehrleute aufgrund der Hitzebelastung einem erhöhten Herzrisiko ausgesetzt. Auch andere Menschen sollten mit Hitze vorsichtig umgehen und darauf achten, reichlich zu trinken und den Körper zu kühlen, wenn sie extremer Hitze ausgesetzt waren. Studienergebnisse veröffentlichten die Forscher im Journal "Circulation". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.04.17Zum AnfangZurück

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