Lachen lässt älter aussehen

Ein lachender Gesichtsausdruck gilt allgemein als schöner, attraktiver und jünger. Tatsächlich aber schätzen Personen lachende Gesichter als älter ein, während erstaunte Gesichtsausdrücke zu einer jüngeren Einschätzung veranlassen, zeigt eine aktuelle Studie.


Studie: Probanden schätzten Alter anhand von Bildern

Lachen kann einen Menschen zwei Jahre älter aussehen lassen, als er eigentlich ist. Wer dagegen eher ein erstauntes Gesicht aufsetzt, wird als jünger eingeschätzt. "Lachen wird allgemein mit positiven Eigenschaften und Jugend assoziiert", so Melvyne Goodale vom Brain and Mind Institute der Western University in Ontario, Kanada. Dies ist auch anhand der vielfältigen Werbung etwa für Zahnweißcremes oder Hautpflegeprodukte erkennbar. Tatsächlich verhält es sich bei einer direkten Einschätzung von Gesichtsausdrücken anders.

Die Forscherin und Mitarbeiter zeigten Probanden Bilder mit Gesichtern mit verschiedenen Gesichtsausdrücken. Sie lachten, hatten einen neutralen Gesichtsausdruck oder wirkten erstaunt. Die Teilnehmer schätzten Menschen mit erstauntem Gesicht als jünger ein, als es dem wahren Alter entsprach, während lachende Menschen am ältesten angesehen wurden.


Lachen bringt Falten zum Vorschein, Erstaunen glättet Haut

Fragte man die Studienteilnehmer allerdings im Anschluss nach ihren Wahrnehmungen, erinnerten sie sich irrtümlicherweise daran, lachende Gesichter als am jüngsten eingeschätzt zu haben. Ihnen war überhaupt nicht bewusst, dass sie lachende Gesichter als am ältesten bewertet hatten. Wahrnehmung und Überzeugung waren demnach gegensätzlich.

Die Erklärung der Forscher für das Phänomen: Beim Lachen entstehen Lachfalten um die Augen herum, die zur Einschätzung eines höheren Alters führen. Ein erstauntes Gesicht hingegen wirkt glatter, sodass es jünger eingeschätzt wird. Die Untersuchung zeigt auch, dass Menschen felsenfest von einer Sache überzeugt sein können, sich aber absolut gegenteilig verhalten. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Studie im Journal "Psychonomic Bulletin and Review". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.05.17Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: