Schwangerschaft: Nikotin geht auf Gehör

Rauchen Mütter in der Schwangerschaft, sind Gesundheitsrisiken und Geburtskomplikationen erhöht. Neueste Daten lassen vermuten, dass auch Hörprobleme bei Kindern auftreten können, wenn deren Mütter während und auch vor der Schwangerschaft rauchten.


Nikotin wirkt auf fetale Entwicklung

Tabak und Nikotin können die gesunde Entwicklung des Feten beeinträchtigen. Möglich sind auch eine zu frühe Geburt und im schlimmsten Fall der Kindstod. Geburtsdefekte, plötzlicher Kindstod und geringes Geburtsgewicht – auch dafür spielt Rauchen oder Nikotin eine Rolle.

Nach Angaben der Center für Disease Control and Prevention rauchen etwa zehn Prozent der schwangeren Frauen noch in den ersten Monaten der Schwangerschaft. Wissenschaftler der Freien Universität Berlin untersuchten, welche Effekte Nikotin auf den sich entwickelnden Fetus und auf Neugeborene hat. Sie untersuchten die Auswirkungen auf das sich entwickelnde Gehör von Mäusen. Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichte das "Journal of Physiology".

Schwangere Tiere erhielten mit Nikotin versetztes Wasser. Dabei glich die verabreichte Nikotinmenge der eines starken Rauchers. Auch nach der Geburt waren die Mäuse bis zu drei Wochen nach der Geburt über die Muttermilch Nikotin ausgesetzt. Drei Wochen alte Mäuse entsprechen im Alter Kindern, die das Schulalter erreicht haben.



Rauchen kann Verarbeitungsprozesse im Gehirn beeinträchtigen

Das auditorische System von nikotinbelasteten Mäusen war im Vergleich zu Tieren ohne Nikotinkontakt in der Funktion eingeschränkt. Die Signalweitergabe im für die Verarbeitung von Hörreizen wichtigen Teil des Stammhirns war weniger effektiv. 

Normalerweise leiten die Hörnerven elektrische Signale zum Gehirn, die dort entschlüsselt und in Geräusche umgewandelt werden. Bei Tieren mit Nikotinexposition war die nervale Weiterleitung zum Gehirn weniger genau, was sie Umsetzung in Geräusche beeinträchtigt.

Kinder mit Lernschwierigkeiten in der Schule, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchten, sollten auf Defizite im Bereich des auditorischen Systems untersucht werden, so die Wissenschaftler. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann27.02.17Zum AnfangZurück

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