Schlechter Geruchssinn als Demenzrisiko

Haben ältere Menschen Probleme damit, verschiedene Gerüche zu erkennen und voneinander zu unterscheiden, tragen sie möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine Demenz, so US-Forscher. Das ergaben die Langzeitdaten von fast 3.000 Menschen zwischen 57 und 80 Jahren.


Je schlechter der Geruchssinn, desto größer das Demenzrisiko

Von annähernd 3.000 untersuchten Menschen über 57 Jahren konnten 78 Prozent vier von fünf dargebotenen Gerüche richtig identifizieren, 14 Prozent konnten nur drei von fünf Gerüchen zuordnen und fünf Prozent lagen nur zweimal richtig. Ein Prozent der Studienteilnehmer konnte gar keinen Geruch zuordnen.

Fünf Jahre später hatten die meisten der Untersuchungsteilnehmer, die keinen Geruch identifizieren konnten, eine Demenz entwickelt. Aber auch das richtige Benennen von nur ein oder zwei Gerüchen war mit einem 80-prozentigen Demenzrisiko verbunden. Der im "Journal of the American Geriatrics Society" veröffentlichten Studie zufolge geht die Schwere einer Einschränkung des Geruchsinns mit dem Risikograd einer sich entwickelnden Demenz einher. Eine wissenschaftliche Studie im Jahre 2014 hatte bereits ergeben, dass eingeschränktes Riechen das Todesrisiko innerhalb der folgenden fünf Jahre erhöht.

Bekannt ist, dass der Verlust des Riechvermögens das Risiko von Morbus Parkinson erhöht. Bei Patienten mit dieser neurologischen Erkrankung kann dies ein Frühsymptom darstellen.


Forscher: Eingeschränktes Riechen sollte beobachtet werden

Der Verlust des Geruchssinns hat auch im Alltag und für das Wohlbefinden Bedeutung und beeinflusst die Ernährung und die psychische Gesundheit. So ist zum Beispiel das Risiko einer Depression erhöht, wenn der Geruchssinn verlorengeht.

Der Verlust des Riechvermögens könnte ein erster Hinweis darauf sein, dass sich Nervenstammzellen nicht mehr selbst regenerieren. Die Riechfunktion zu untersuchen könnte eine relativ einfache Methode sein, um Risikopersonen zu identifizieren, so die Wissenschaftler. Als Vorhersage einer beginnenden Demenz eigne sich die Untersuchung aber nicht. Jedoch könnte der Test Anlass zu einer erhöhten Aufmerksamkeit geben.

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.10.17Zum AnfangZurück

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