Hörverlust bleibt oft unbemerkt

Lärm schadet dem Gehör. Aber merkt man das selbst? In vielen Fällen ahnen Betroffene von dem Hörverlust nichts, so Experten. Viele junge Menschen haben ihn aber bereits erlitten. Hörschäden durch Lärm nehmen allerdings mit dem Alter zu.


Lärmschaden: Hohe Frequenzen werden zuerst nicht mehr gehört

Bevor das Gehör nicht beim Fachmann überprüft wird, ist unklar, wie gut es funktioniert. Das ergab eine Studie der US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Die Beobachtung zeigt, dass einer von vier Erwachsenen, die ihr Gehör für gut bis ausgezeichnet halten, einen Hörschaden aufweisen. Wie der letzte Report "Vital Signs" der CDC zeigt, sind Hörschäden häufig auf Lärm zurückzuführen, dem Menschen bei der Arbeit, in der Freizeit und auch zu Hause ausgesetzt sind.

Wissenschaftler hatten im Rahmen der National Health and Nutrition Examination Survey 2012 über 3.500 Hörtests an erwachsenen US-Bürgern durchgeführt und analysiert. 20 Prozent der Untersuchungsteilnehmer, die angaben, keinem berufsbedingten Lärm ausgesetzt zu sein, wiesen einen Hörschaden auf, wie er bei Lärmbelastung typisch ist. Vor allem ein Verlust der Hörfähigkeit hoher Frequenzen ist für einen Lärmschaden bezeichnend und tritt bereits ab einem Alter von etwa 20 Jahren auf.


Hörverlust kann Angst, Depressionen und andere Probleme verursachen

Nach den Studienergebnissen weist einer von vier Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 69 Jahren einen Hörverlust auf, obwohl kein Joblärm angegeben wird. Bereits eine von vier Personen zwischen 20 und 29 Jahren hat einen nachweislichen Hörverlust. Gerade junge Menschen sind Lärm häufiger auch in ihrer Freizeit ausgesetzt. Musikhören über Smartphones oder Veranstaltungen wie Konzerte sowie Diskothekenbesuche können zum Beispiel dazu führen.

Unbehandelter Hörverlust ist mit Angststörungen, Depressionen, Einsamkeit und Stress verbunden. Chronische Lärmbelastung steht mit Bluthochdruck, einer Verschlechterung von Herzkrankheiten und anderen gesundheitlichen Problemen in Verbindung. 

Wer sich vor Lärm schützen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten:

1. Wenn möglich, laute Plätze meiden

2. Ohrstöpsel, Ohrschützer oder Kopfhörer tragen

3. Lautstärke von Fernseher, Radio oder beim Musik hören herunterregeln

4. Gehörüberprüfungen beim Arzt

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.02.17Zum AnfangZurück

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