Fluglärm treibt Blutdruck in die Höhe

Verkehrslärm kann der Gesundheit schaden. Griechische Forscher zeigen jetzt in ihrer Studie, wie sich das Wohnen in der Nähe eines Flughafens auswirkt. Besonders nächtlicher Fluglärm schadet.


Verkehrslärm erhöht Herzkreislaufrisiko

Abhebende und landende Flugzeuge verursachen Lärm, dem vor allem in der Nähe von Flughäfen wohnende Menschen ausgesetzt sind. Verkehrslärm wurde bereits mit Schlafstörungen, schlechteren kognitiven Leistungen und sogar Herzkreislaufkrankheiten in Zusammenhang gebracht. Eine aktuelle Studie im Journal "Occupational and Environmental Medicine" untersuchte nun die gesundheitlichen Auswirkungen von Flugzeuglärm auf 420 Anwohner im Bereich des Athener Flughafens.

Sie untersuchten die Lärmpegel an den Wohnorten der Studienteilnehmer von unter 50 Dezibel und mehr als 60 Dezibel. Studien ergaben, dass Verkehrslärm über 64 Dezibel das Risiko für Herzkreislauferkrankungen erhöht. 

Fast die Hälfte der Studienteilnehmer war am Tag einem Geräuschpegel von mehr als 55 Dezibel ausgesetzt. Eine von vier Personen musste auch nächtliche Geräusche von über 45 Dezibel hinnehmen. Nur elf Prozent der Teilnehmer waren Straßenlärm von über 55 Dezibel ausgesetzt. 


Fluglärm als Ursache von Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen?

In der zwei Jahre andauernden Studienperiode erhielten 71 der Studienteilnehmer die Diagnose eines Bluthochdrucks. 44 Teilnehmer entwickelten Herzrhythmusstörungen und 18 erlitten einen Herzinfarkt.

Besonders die Entwicklung von Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen korrelierten vor allem mit nächtlichem Fluglärm, zeigen die Studienergebnisse. Mit der Zunahme des Fluglärms um zehn Dezibel steigt die Wahrscheinlichkeit einer neuen Diagnose von Bluthochdruck um mehr als 50 Prozent, rechnen die Wissenschaftler vor. Das Risiko des Auftretens von Herzrhythmusstörungen ist durch Fluglärm verdoppelt.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, sind weitere Untersuchungen nötig, um Fluglärm als Ursache der gesundheitlichen Störungen sicher zu belegen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.06.17Zum AnfangZurück

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