Wer glaubt, fit zu sein, lebt länger

Egal, wie viel Sport und Bewegung tatsächlich eine Rolle spielen – wer glaubt, sich genug zu bewegen, lebt möglicherweise länger. Diesen Schluss lässt eine Studie von Forschern der Stanford-Universität zu. 


Körperliche Aktivität wird manchmal unterschätzt

Bewegung und Fitness sind wichtig, um möglichst gesund zu bleiben und alt zu werden. Nach Schätzungen geht mindestens einer von zehn vorzeitigen Todesfällen auf das Konto fehlender körperlicher Aktivität. In den USA kommen 80 Prozent der Erwachsenen offiziellen Bewegungsempfehlungen nicht nach, obwohl das Thema in Schulen, am Arbeitsplatz und in den Medien allgegenwärtig ist.

Auch wenn mangelnde Fitness negative Auswirkungen haben kann, machen jetzt Forscher einen weiteren Faktor aus, der die Gesundheit und sogar die Lebenslänge beeinträchtigen könnte: Der Glaube daran, genug Bewegung zu haben und fit zu sein oder aber umgekehrt die mangelnde Überzeugung.

Offenbar müssten die selbst wahrgenommenen Bewegungslevel nicht mit dem realen Maß an Bewegung übereinstimmen, so Studienautorin Octavia Zahrt von der Stanford-Universität. Eine Erklärung ist vielleicht: Wer in einem Umfeld lebt, in dem die Menschen relativ fit sind, erlebt sich vielleicht als weniger bewegungsfreudig und körperlich inaktiver, als er es tatsächlich ist. Viele Menschen übersehen möglicherweise auch, dass nicht allein der anstrengende Fitnesskurs oder die lange Joggingrunde gesundheitsfördernde Bewegung ist, sondern auch das Tragen von Kindern, das Spielen mit ihnen, Haus- und Gartenarbeit und andere Alltagsaktivitäten körperliche Aktivität darstellen, die wertvoll ist.


Überzeugung als Risikofaktor?

In der aktuellen Untersuchung analysierten die Wissenschaftler die Daten von mehr als 61.000 Menschen, die von 1990 bis 2006 beobachtet worden waren. Sterbedaten wurden bis 2011 erfasst. Von den Studienteilnehmern lagen viele Gesundheitsdaten vor. Die Teilnehmer hatten zudem Angaben zu ihrer Fitness und ihrem Aktivitätslevel gemacht. In einer Untersuchungsphase trugen die Studienteilnehmer auch Bewegungssensoren, um den Grad der tatsächlichen Aktivität zu messen.

Es zeigte sich, dass der Grad der persönlich wahrgenommenen körperlichen Aktivität häufig nicht mit der wahren Menge an Bewegung übereinstimmte. Studienteilnehmer, die davon überzeugt waren, sich weniger als andere zu bewegen, starben zu 71 Prozent wahrscheinlicher frühzeitiger als jene, die meinten, sie bewegten sich genug.

Die Forscher glauben, dass sich die persönliche Überzeugung zur eigenen Fitness positiv oder negativ auf die Gesundheit auswirken kann – unabhängig vom wahren Bewegungslevel. Ihre Studie veröffentlichten die Forscher im Fachjournal "Health Psychology".

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.08.17Zum AnfangZurück

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