Schwanger? Fluorid könnte Intelligenz schaden

Das Putzen der Zähne mit fluoridierter Zahnpasta, fluoridiertes Wasser in einigen Ländern oder Fluorid im Mineralwasser gehört für viele Menschen bisher zum Alltag. In der Schwangerschaft könnte Fluorid allerdings schaden, finden Forscher heraus. Eine hohe Fluoridbelastung könnte die Intelligenz von Kindern mindern. 


Studie an mexikanischen Frauen bestätigt frühere Tierstudie

Fluorid in der Zahnpasta soll vor Zahnschäden bewahren und wird allgemein schulmedizinisch als unbedenklich eingestuft, zumal der Mund ausgespült wird und das Salz der Fluorwasserstoffsäure nicht in den Verdauungstrakt gerät – oder nur in geringen Mengen. In den USA, Kanada und Australien wird zum Wohle der Zahngesundheit bisher Trinkwasser mit Fluorid angereichert. Nach Angaben vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) lassen sich mit der Fluoridierung des Trinkwassers Karies und Zahnschäden um 25 Prozent reduzieren. Doch Fluorid tut möglicherweise nicht nur Gutes – Fluorid ist auch eine toxische Substanz.

2014 ergab eine Studie an Mäusen, dass Fluorid zu kognitiven Defiziten bei den Nachkommen führt. Eine aktuelle Studie von Forschern der University of Toronto in Kanada kommt nun bei Kindern zu ähnlichen Ergebnissen. Demnach könnten hohe Level an der Chemikalie die Intelligenz von Kindern mindern. Die Studie wurde im Fachjournal "Environmental Health Perspectives" veröffentlicht.

In der Studie waren 299 Mütter und deren Nachwuchs untersucht worden. Sie hatten an einer Studie teilgenommen, deren Ziel es war, die Auswirkungen des frühen Kontakts mit Giften in Mexiko zu untersuchen. Dabei hatten die Frauen während der Schwangerschaft Urinproben abgegeben. Auch die Kinder lieferten im Alter von sechs und zwölf Jahren Urinproben, in denen die Fluoridwerte bestimmt werden konnten.

Die Intelligenz der Kinder wurde im Alter von vier Jahren und im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren bestimmt. 


Forscher: Nervensystem von Feten ist besonders empfindlich

Frauen mit höheren Fluoridwerten in der Schwangerschaft hatten eher Kinder, die in Intelligenztests schlechter abschnitten. Mit jedem Anstieg von 0,5 Milligramm Fluorid in der Schwangerschaft reduzierten sich die von den Kindern erzielten Ergebnisse in Intelligenztests um einige Punkte. Die im Urin der Kinder im Alter von sechs und zwölf Jahren gemessenen Fluoridwerte konnten allerdings mit deren Intelligenz nicht in Verbindung gebracht werden.

Die Forscher vermuten, dass Fluorid in der Schwangerschaft das sich entwickelnde kindliche Nervensystem schädigt. Das fetale Nervensystem könnte besonders empfindlich reagieren. 

Sie fordern weitere Studien zum Thema an anderen Bevölkerungsgruppen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.10.17Zum AnfangZurück

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