Sabotage erschwert Gewichtsabnahme

Wer sich fest vorgenommen hat, Gewicht abzunehmen und seinen Plan umsetzt, stößt in seiner direkten Umgebung oftmals auf Widerstände, finden Forscher heraus. Sie erklären auch, wie Betroffene damit erfolgreich umgehen können.


Nach Gewichtsabnahme "Dünnen-Stigma"

Menschen, die abnehmen wollen, stehen oftmals vor unerwarteten Herausforderungen, denn die Menschen um sie herum sabotieren ihr Bemühen oftmals bewusst oder unbewusst. Das zeigte eine Untersuchung der South Carolina State University. Die Forscher decken aber auch Strategien auf, wie sich damit umgehen lässt, damit das Ziel der Gewichtsabnahme auch erreicht und das Gewicht gehalten wird.

Gewichtsabnahme und gezielt dazu führende Bemühungen einer Person werden oftmals von Freunden, Familienmitgliedern oder Arbeitskollegen untergraben, so Kommunikationswissenschaftlerin Lynsey Romo. In einer Studie fand sie und ihr Team heraus, dass Abnehmwillige häufig mit einem "Dünnen-Stigma" konfrontiert sind, nachdem sie Gewicht verloren haben. Sie sind oftmals abfälligen Bemerkungen zu ihrem gesunden Essverhalten ausgesetzt oder andere prognostizieren, dass all das Gewicht wieder zugenommen würde oder der Betroffene am Ende sogar dicker würde als zuvor.

Zu diesen Befunden kamen die Forscher anhand ihrer Studie mit insgesamt 40 Personen, die durchschnittlich 77 Pfund abgenommen hatten. Sie führten mit ihnen in die Tiefe gehende Interviews. Alle Teilnehmer hatten Personen in ihrem Umfeld, die versucht hatten, ihre Bemühungen um Gewichtsverlust abzuwerten oder zu unterwandern. Dieses negative Verhalten anderer bezeichnen die Forscher als "Dünnen-Stigma". Mit bestimmten Kommunikationsstrategien lässt sich den aber erfolgreich begegnen, damit sowohl das Ziel der Gewichtsabnahme weiter verfolgt werden kann als auch Beziehungen erhalten bleiben.


Kommunikationsstrategien helfen, Gewicht und Beziehungen zu halten

Eine wichtige Kommunikationsstrategie ist, anderen zu helfen, das "Gesicht zu wahren" oder sich bezüglich des Gewichtsverlusts und der gesunden Ernährungsweise nicht unwohl zu fühlen. Eine weitere Möglichkeit ist die der "Schadensbegrenzung", indem Möglichkeiten gefunden werden, die negativen Gefühle anderer zu begrenzen oder abzumildern.

Beispielweise lässt sich anderen erklären, aus welchen rationalen Gründen man beschlossen hat, abzunehmen und gesünder zu leben. Andere in der Studie Befragten verfolgten ihre Ziele in kleinen Schritten, die andere nicht bemerkten. Sie aßen zum Beispiel bei Familientreffen kleinere Portionen ungesunder Nahrungsmittel, nahmen ungesunde Nahrung wie Kuchen anlässlich eines Geburtstags eines Arbeitskollegen an und sagten, sie äßen ihn später. Wieder andere planten einen Tag, an dem sie sündigen durften und verbrachten ihn beispielweise mit Freunden.

Die Studie zeigt, wie wichtig Beziehungen in Bezug auf eine Gewichtsreduktion sind und welchen Einfluss die Umwelt darauf nimmt. Die Studie wurde im Fachjournal "Health Communication" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.02.17Zum AnfangZurück

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