ADHS: Spielt Ernährung eine Rolle?

Ob zwischen der Ernährung und dem ADHS-Risiko von Kindern ein Zusammenhang besteht, ist unklar. Eine Studie ergab jetzt einen Hinweis darauf, dass eine mediterrane Ernährung dieses Risiko beeinflussen könnte.


Mediterrane Ernährung gilt als gesund

Bei der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) handelt sich um eine Erkrankung, die durch Verhaltensauffälligkeiten und emotionale Störungen auffällt. Beeinträchtigt sind Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Aktivität. Betroffene Kinder zeigen anfängliche Symptome meist in den ersten fünf Lebensjahren. ADHS ist eine der am häufigsten vorkommenden Störungen in Kindheit und Jugend. Einige Studie haben bereits ergeben, dass eine gesunde Ernährung vor ADHS schützen könnte, während in anderen Untersuchungen kein Zusammenhang gefunden werden konnte.

Wissenschaftler der Universität Barcelona in Spanien untersuchten, ob eine mediterrane Ernährung das ADHS-Risiko beeinflussen kann. Diese Art der Ernährung enthält einen hohen Anteil an Obst und Gemüse, Fisch, Vollkorn, Nüssen und Hülsenfrüchten, während wenig tierische Fette etwa aus rotem Fleisch, Eiern, Milchprodukten und süße Nahrungsmittel gegessen werden. Eine mediterrane Ernährungsweise wird allgemein als sehr gesund erachtet, denn Studien ergaben schützende Wirkungen zum Beispiel vor Herzerkrankungen, Alzheimerdemenz und Krebserkrankungen.

Um einen möglichen präventiven Effekt in Bezug auf eine Entwicklung von ADHS zu untersuchen, analysierten die spanischen Forscher die Daten von 60 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 16 Jahren. Alle Studienteilnehmer hatten eine ADHS-Diagnose erhalten. Diese Gruppe von Kindern verglichen sie mit 60 Kindern ohne ADHS, die in Geschlecht und Alter der Gruppe mit ADHS-Erkrankung entsprach. Wie sich die Kinder ernährten, wurde per Fragebögen erfasst.


Kinder mit mediterraner Ernährung erhalten seltener ADHS-Diagnose

Verglichen mit Kindern, die einer mediterranen Ernährungsart strenger folgten, erhielten jene, die dieses Ernährungsmuster weniger verfolgten, wahrscheinlicher eine ADHS-Diagnose, heißt es in der in der Fachzeitschrift "Pediatrics" veröffentlichten Studie. Zudem zeigten die Studienergebnisse, dass Kinder häufiger ADHS entwickelten, wenn sie viel Süßigkeiten und gezuckerte Getränke zu sich nahmen und wenig fetten Fisch aßen.

Ob der in der Untersuchung gefundene Zusammenhang tatsächlich als ursächlich zu betrachten ist, müssen weitere Studien erklären.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.02.17Zum AnfangZurück

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