Einsamkeit verschlimmert Erkältungssymptome

Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen – Erkältungsbeschwerden können ganz schön zusetzen. Einsamkeit nimmt auf das Leid Einfluss, finden Wissenschaftler jetzt heraus. Demnach empfinden einsame Menschen Erkältungsymptome schwerer als jene, die sich nicht einsam fühlen.


Einsamkeit setzt Psyche und Körper zu

Die Schwere von Erkältungssymptomen sind offenbar nicht nur von der Schwere einer Erkältung abhängig, so das Ergebnis einer Studie der University of Houston.

Eine Beobachtung aus 2016 ergab, das sich 72 Prozent der US-Amerikaner einsam fühlen, 31 Prozent davon mindestens einmal pro Woche. Dies kann nicht nur das psychologische Wohlbefinden beeinträchtigen und an Angststörungen sowie Depressionen beteiligt sein. Auch die körperliche Gesundheit kann leiden. Zum Beispiel gilt ein Zusammenhang mit Herzerkrankungen und Schlaganfall als belegt. Einsamkeit ist mit einem vorzeitigen Tod und anderen Krankheiten verbunden. Nicht bekannt war bislang allerdings, wie sich Einsamkeit auf vorübergehende Krankheiten wie eine Erkältung auswirken.

Psychologen wollten wissen, wie Einsamkeitsgefühle das Risiko beeinflussen, eine Erkältung zu bekommen und ob auch die Symptome beeinflusst werden. Sie untersuchten 159 Personen zwischen 18 und 55 Jahren, von denen 60 Prozent Männer waren. Die Probanden erhielten Nasentropfen, die eine Erkältung auslösen sollten. Anschließend mussten sich die Studienteilnehmer fünf Tage lang in einem Hotel in Quarantäne begeben.

Gefühle der Einsamkeit wurden per Fragebögen erfasst. Zudem machten die Studienteilnehmer Angaben zur Stärke ihrer Erkältungssymptome. 


Qualität von Beziehung beeinflusst Einsamkeit

75 Prozent der mit den Nasentropfen Behandelten entwickelten eine Erkältung. Dabei bestand zwischen einsamen und nicht einsamen Studienteilnehmern kein Unterschied. Teilnehmer, die über Einsamkeit berichteten, wiesen aber stärkere Beschwerden auf. Einfluss nahm das soziale Netzwerk einer Person. Entscheidend schien die Qualität von Beziehungen zu sein, weniger die Anzahl bestehender Beziehungen.

Die Studie wurde im Fachmagazin "Health Psychology" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.04.17Zum AnfangZurück

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