Atemwegsinfektionen erhöhen Herzinfarktrisiko

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Herzkreislauferkrankungen. Neben den klassischen Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel und erhöhtem Blutdruck steigern offenbar auch Infektionen der Atemwege das Risiko für einen Herzinfarkt, stellten Forscher fest. Sowohl leichte wie auch schwere Infektionen können offenbar zur Gefahr für das Herz werden.


Erhöhtes Herzinfarktrisiko auch bei leichten oberen Atemwegsinfektionen

Atemwegsinfektionen können für einen Herzinfarkt empfänglicher machen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universität Sydney in einer Studie, die sie im "Internal Medicine Journal" veröffentlichten. Demnach erhöhen Bronchitis, Lungenentzündung und Grippe die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Herzinfarkts. 

Das ergaben die Daten von 578 Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten hatten. Bei einem Herzinfarkt kommt es zu einem Verschluss von Herzkranzarterien, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, und damit zu einem Durchblutungsmangel und Absterben von Herzmuskelgewebe. Die untersuchten Patienten berichteten von Infektionen vor dem Herzereignis, wie häufig und schwer diese waren. 

Insgesamt berichteten 17 Prozent der untersuchten Patienten von Symptomen einer Atemwegsinfektion in den sieben Tagen vor dem Herzinfarkt. 21 Prozent hatten in den drei Wochen vor dem Herzinfarkt eine Infektion der Atemwege. Leichte obere Atemwegsinfektionen erhöhten der Studie zufolge das Risiko eines Herzinfarkts um das 13-Fache. Andere Infektionen konnten das Herzinfarktrisiko bis zu 17-fach erhöhen.


Herzinfarkte kommen im Winter häufiger vor

Auch wenn obere Atemwegsinfektion leichter seien als tiefe Atemwegsinfektionen, kämen sie häufiger vor, so die Wissenschaftler. Wichtig sei die Kenntnis über den Zusammenhang mit einem Herzinfarkt.  Das Risiko sei in den ersten sieben Tagen einer Infektion am höchsten, falle dann ab und halte nicht länger als vier Wochen an.

Zusammenhänge sehen die Wissenschaftler auch in der Tatsache, dass sich mehr Herzinfarkte im Winter ereignen. Die Häufung könnte den häufigeren Infektionen der Atemwege im Winter zumindest mit zuzuschreiben sein. Ursachen könnten in einer veränderten Blutgerinnung und entzündlichen Reaktionen liegen, die die Blutgefäße schädigen. 

Wenn auch das absolute Risiko eines Herzinfarkts aufgrund einer Atemwegsinfektion gering ist, empfehlen die Forscher, sich so gut wie möglich vor Infektionen zu schützen und die jährliche Grippeschutzimpfung in Anspruch zu nehmen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.05.17Zum AnfangZurück

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