Eisenmangel schützt Kinder vor Malaria

Malaria gefährdet vor allem Kinder in der dritten Welt. Eine Versorgung mit Eisen könnte aber mehr schaden als nutzen. 


Blutarmut schützt vor Malaria

Forschern ist schon lange bekannt, dass eine Form der Sichelzellenanämie vor Malaria schützt. Durch einen Gendefekt entstehen bei der Sichelzellenanmänie fehlerhaft geformte rote Blutzellen, die schlechtere Fließeigenschaften haben und Gefäße verstopfen können. Während die Form der Sichelzellenanämie, bei der beide Eltern das Gen vererben, für das Kind oft früh tödlich endet, haben Kinder, die das Gen nur von einem Elternteil erben, einen besseren Schutz vor Malaria. 

Einen ähnlichen und sogar besseren Effekt bei Malariainfektionen scheint Eisenmangel zu haben, der ebenfalls zu Veränderungen im roten Blutbild, der sogenannten Blutarmut führt (Eisenmangelanämie). In schweren Fällen kann eine unzureichende Eisenversorgung so zu starker Blässe und Schwäche bis hin zum Tode führen. Weniger stark ausgeprägte Eisenmängel schützen Kinder jedoch vor gefährlichen Malariainfektionen und helfen ihnen dabei, eine stabile Immunität gegen den ursächlichen Blutparasiten auszubilden. 


Eiseninjektionen deshalb nicht unkritisch  

Da Eisenmangel bei Kindern in der dritten Welt ein häufiges Problem ist, liegt die Idee nahe, Kinder in betroffenen Gebieten flächendeckend vorsorglich mit Eiseninjektionen zu versorgen, um Komplikationen durch schwere Blutarmut vorzubeugen. Untersuchungsergebnisse aus North Carolina zeigen jedoch, dass dieses Vorgehen mehr Schaden als Nutzen bringen und das Leben vieler Kinder aus armen Verhältnissen in Malariagebieten gefährden könnte. 

Kinder, die unter Eisenmangel litten und trotz Infektion keine Anzeichen für Blutveränderungen durch Malaria zeigten, verloren diesen Schutz in der Studie nach der Injektion von Eisen. Dieses Ergebnis legt nahe, dass Ärzte Kinder, die mit Malaria infiziert sind und sich in einem kritischen Stadium der Krankheit befinden, auch bei einer Blutarmut durch Eisenmangel vorerst nicht mit Eisen versorgen sollten. Erst wenn die Krankheit überwunden ist, sollten Ärzte den Eisenmangel der Kinder beheben.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.01.17Zum AnfangZurück

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