Blutgruppe beeinflusst Herzinfarktrisiko

Wer die Blutgruppe A, B oder AB besitzt, könnte ein erhöhtes Herzkreislaufrisiko aufweisen, zeigt eine neue Studie. Besonders das Herzinfarktrisiko könnte gegenüber Menschen mit Blutgruppe 0 größer sein.


Blutgerinnung der Blutgruppen ist verschieden

Um die Herzkreislaufrisiken eines Menschen zur ermitteln, könnte es sinnvoll sein, die Blutgruppe zu berücksichtigen, so Wissenschaftler der Universität Groningen in den Niederlanden. Zu diesem Schluss kommen die Forscher nach der Analyse von neun Studien mit insgesamt mehr als 1,3 Millionen Studienteilnehmern. Bekannte Risikofaktoren des Herzinfarkts sind etwa Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen. 

Nach Analyse der Daten zeigte sich, dass Menschen mit einer anderen Blutgruppe als 0 ein neun Prozent höheres Risiko für Herzkreislaufereignisse und speziell einen Herzinfarkt aufweisen als jene mit Blutgruppe 0.

Zwar können die Forscher anhand der Studie keine Ursachen für diesen Zusammenhang belegen, jedoch haben sie verschiedene Vermutungen zu zugrundeliegenden Mechanismen. Personen mit den Blutgruppen A, B oder AB weisen höhere Konzentrationen eines Proteins auf, das für die Blutgerinnung bedeutsam ist. Der sogenannte Von-Willebrand-Faktor ist mit thrombotischen Ereignissen verknüpft, konnten Studien belegen.


Herzrisikofaktoren bei Blutgruppe A eher behandeln?

Daneben stellten die Wissenschaftler fest, dass Personen mit einer anderen Blutgruppe als 0, vor allem jene mit Blutgruppe A, tendenziell höhere Cholesterinwerte aufweisen. Hohe Cholesterinwerte sind ein Hinweis auf die Herzkreislaufgesundheit und Risikofaktor für einen Herzinfarkt.

Weitere Studien müssten Zusammenhänge nachweisen, so die Forscher. Ihre Ergebnisse könnten für die Vorbeugung und Behandlung von Herzkreislaufereignissen Bedeutung besitzen. Sie fordern, die Blutgruppe ebenso wie Blutdruck, Blutfettwerte, Geschlecht oder Alter als Herzrisikofaktor zu berücksichtigen. Möglicherweise sollten Menschen mit Blutgruppe A eher behandelt werden, wenn ihre Blutfette oder ihr Blutdruck erhöht sind. Die Schwelle zur Behandlung könnte bei ihnen niedriger sein.


Ergebnisse ihrer Studie stellten die Wissenschaftler anlässlich des Jahrestreffens der European Society of Cardiology, der "Heart Failure 2017", in Paris vor.

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.05.17Zum AnfangZurück

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