Klimawandel: Hitze setzt Gesundheit zu

Über 30 Prozent der Weltbevölkerung leben an Orten, an denen Temperatur und Luftfeuchtigkeit an mindestens 20 Tagen im Jahr die Wärmeregulationsmechanismen des Körpers überfordern, heißt es im "Deutschen Ärzteblatt". Mit dem Klimawandel ist mit einem drastischen Anstieg betroffener Menschen zu rechnen, zeigt eine Berechnung in der Zeitschrift "Nature Clima Change". Im Jahr 2100 könnten 48 bis 74 Prozent aller Menschen unter dem Klima leiden, so Forscher der Universität Hawaii.


Erderwärmung: Hitzewellen setzen Menschen zu

1995 starben in Chicago 740 Menschen aufgrund hoher Temperaturen über 40 Grad Celsius über fünf Tage lang. 2003 waren in Paris aufgrund der Hitzewelle 4.870 Todesopfer zu beklagen, in ganz Europa möglicherweise bis zu 70.000 Menschen. Fast 11.000 Menschen starben 2010 nach Moskauer Statistiken infolge der Hitze. Auch in anderen Gebieten der Erde kam es immer wieder zu Hitzeperioden, die dem Menschen gefährlich werden können, darunter New York, Washington, Toronto, London, Peking, Tokio und Sydney.

Der Geograph Camilo Mora errechnete anhand von Klimadaten, dass es im Jahr 2000 auf 13,2 Prozent der Erde an 20 Tagen zu warm für Menschen war, wenn sie sich nicht gegen Wärme schützen. In diesem Bereich lebten mehr als 30 Prozent der Weltbevölkerung. In Abhängigkeit der Erderwärmung ist mit einem Anstieg der Zahlen zu rechnen, zeigt die Untersuchung. 


Wärmeregulation: Luftfeuchtigkeit und Temperatur spielen eine Rolle

Bereits ein Anstieg um nur ein Grad Celsius könnte nach den aktuellen Berechnungen auf 26,9 Prozent der Erdoberfläche für Hitzewellen sorgen. 47,6 Prozent der Weltbevölkerung wären davon betroffen. Bei einer angenommenen Erderwärmung von 1,8 beziehungsweise 3,7 Grad Celsius wären 53,7 beziehungsweise 73,9 Prozent der Bevölkerung dieser Erde von Hitzewellen betroffen. 

Mora veröffentlichte im Netz eine Weltkarte. Danach wäre vor allem das Gebiet des Amazonas, Westafrikas und Indiens, aber auch der gesamte Südosten der USA bis nach New York im Jahr 2100 von starken Hitzewellen betroffen, die 50 Tage im Jahr ausmachen könnten. Eine hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit Hitze verhindert eine ausreichende Wärmeregulation. Bereits Temperaturen ab 30 Grad Celsius werden bei hoher Luftfeuchtigkeit unerträglich.

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.06.17Zum AnfangZurück

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