Haushaltsreiniger können Lunge zusetzen

Haushaltsreiniger gibt es unzählige und für jedes Problem steht ein passendes Mittel parat. Forscher mahnen zur Vorsicht: Viele der Produkte stehen mit einer chronischen Lungenkrankheit in Verbindung.


Studie an Frauen in Gesundheitsberufen lieferte Daten

Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland könnten an der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) leiden. Bei der Erkrankung kommt es durch entzündliche Veränderungen zu einer Verengung der Atemwege. Rauchen gilt als größter Risikofaktor. Es werden aber auch schlechte Luft und Luftverschmutzung in den Innenräumen zu Hause oder am Arbeitsplatz verantwortlich gemacht. 

Eine aktuelle Studie nahm Haushaltsreiniger und ihre Verbindung zu der Lungenkrankheit genauer unter die Lupe. Ergebnisse präsentierten die Forscher anlässlich des internationalen Kongresses der European Respiratory Society in Mailand. Bereits frühere Studien hatten sich der Untersuchung des Zusammenhangs gewidmet. Eine Studie an jungen Erwachsenen ergab beispielweise, dass Reinigungsmittel das Asthmarisiko verdoppeln, eine andere Studie fand ein erhöhtes COPD-Risiko. Doch ist die Datenlage noch zu gering und es lassen sich bislang keine sicheren Aussagen zu den Lungenrisiken machen.

Französische Forscher untersuchten jetzt die Gesundheitsrisiken durch Reinigungsmittel von Mitarbeitern in Gesundheitsberufen. Zugrunde lagen die Daten von 55.000 Krankenschwestern, die an der Nurses Health Study II teilgenommen hatten. Bei der 1989 gestarteten Studie handelt es sich um eine der größten Untersuchungen von Gesundheitsrisiken bei Frauen.


Je häufiger der Kontakt zu Reinigungsmitteln, desto größer das Risiko

Die Frauen hatten Angaben zu ihrem Kontakt mit Reinigungsmitteln gemacht. Die untersuchten Reinigungsmittel waren Glutaraldehyd, das häufig zur Desinfektion medizinischer Instrumente eingesetzt wird, Bleichmittel, Wasserstoffperoxid und Alkohol. Die Forscher interessierten sich besonders für Mittel, die quartäre Ammoniumverbindungen enthalten. Diese sind besonders oft in Produkten enthalten, die der Oberflächendesinfektion etwa des Bodens oder der Möbel dienen, und sind auch Bestandteil von Weichspülern.

Frauen in Gesundheitsberufen, die regelmäßig und mindestens einmal wöchentlich zu entsprechenden Reinigungsmitteln griffen, wiesen ein um 22 Prozent erhöhtes Risiko für die COPD auf. Mit zunehmender Häufigkeit der Anwendung stieg das Krankheitsrisiko an.

Viele der untersuchten Desinfektionsmittel kämen auch in privaten Haushalten zum Einsatz, so die Wissenschaftler. Der Umfang der Auswirkungen sei nicht bekannt. Sie fordern Untersuchungen zum Thema.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.09.17Zum AnfangZurück

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