Gartenarbeit: Händewaschen nicht vergessen

Wer häufiger im Garten arbeitet, sollte sich anschließend unbedingt die Hände waschen, so Experten. Forscher entdeckten ein Bakterium in Kompost und Blumenerde, das die Legionärskrankheit auslösen kann. 


Keim in Blumenerde und Kompost als Auslöser der Legionärskrankheit

Die Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung, die meist durch das Bakterium Legionella pneumophila ausgelöst wird. Der Keim lässt sich in Seen, Bächen und anderen Gebieten mit Frischwasser finden. Menschen können erkranken, wenn sie kleine Wassertröpfchen einatmen, die mit dem Keim kontaminiert sind. Infektionen ereignen sich auch immer wieder durch die Benutzung von Duschen, wenn sich im Wassersystem Legionellen befinden und vermehren.

Die meisten gesunden Menschen erkranken nicht, wenn sie kontaminiertes Wasser inhalieren. Es gibt aber für die Erkrankung empfängliche Personengruppen, wie ältere Menschen, Raucher und Patienten mit chronischen Lungenkrankheiten.

Ein weniger bekannter Auslöser der Legionärskrankheit ist das Bakterium Legionella longbeachae. Er wurde erstmals 1980 in Long Beach isoliert. Der in Kompost und Erde lebende Keim kann ebenfalls eingeatmet oder aufgenommen werden, sodass es zur Erkrankung kommen kann.

In einer aktuellen Studie untersuchten neuseeländische Wissenschaftler die Risikofaktoren für eine Infektion mit dem in der Erde lebenden Bakterium. Sie untersuchten 31 Erwachsene, die aufgrund einer Infektion mit Legionella longbaechae im Krankenhaus behandelt werden mussten. Diese machten Angaben zu ihren vorhergehenden Krankheiten, zum Rauchstatus und zu verschiedenen Aktivitäten der vergangenen zwei Sommer, bei denen sie möglicherweise mit Erde oder Kompost in Berührung gekommen sind. Die Daten verglichen die Forscher mit Angaben von 172 Kontrollpersonen.


Nach der Gartenarbeit Hände waschen!

Es stellte sich heraus, dass Gartenarbeit ein signifikanter Risikofaktor für die Legionärskrankheit war. Fast alle Patienten hatten berichtet, in den drei Wochen vor der Infektion im Garten gearbeitet und in Kontakt mit gekauften Kompostprodukten gekommen zu sein. 

Die Forscher empfehlen, nach der Gartenarbeit umgehend die Hände zu reinigen. Das Tragen von Mundschutz oder Atemmasken scheint nicht vor einer Infektion zu schützen. Als weitere Risikofaktoren für eine Infektion stellte sich die chronisch obstruktive Lungenkrankheit und ein Rauchstatus heraus.

Säcke mit Kompost oder Blumenerde sollte man vorsichtig öffnen und das Gesicht abwenden, so die Forscher. Der Sack sollte dann erdnah entleert werden.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.07.17Zum AnfangZurück

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