Röntgenuntersuchung der Galle und der Bauchspeicheldrüse (ERCP)

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Methode zu Röntgenuntersuchung der Galle und der Bauchspeicheldrüse (ERCP).

Die ERCP ist die Abkürzung für die Endoskopisch Retrograde Cholangio-Pankreatikografie, eine Röntgenuntersuchung der Gallengänge und des Bauchspeicheldrüsenganges. Der Zugang zum Untersuchungsgebiet ist mit einem Endoskop möglich, über das auch die Verabreichung von Kontrastmittel erfolgt. Die Mündung beider Gänge liegt zehn bis 15 cm hinter dem Magenausgang im Bereich des Zwölffingerdarms.
Da die Darstellung ausgehend von diesem Mündungsgang erfolgt, wird von einer retrograden Untersuchung gesprochen.

Wie funktioniert sie?

Das flexible Endoskop gelangt über Mund und Magen in den Zwölffingerdarm. Das Endoskop ist mit einer Vergrößerungsoptik, Kamera und Spülvorrichtung ausgestattet, sodass die Mündung des Ausführungsgangs erkennbar wird. Arbeitskanäle im Gerät ermöglichen das Einführen kleiner chirurgischer Instrumente, mit denen sich Gewebeproben entnehmen oder kleine operative Eingriffe ausführen lassen. Die Mündungsstelle der Gänge lässt sich mit einem kleinen Katheter sondieren und Kontrastmittel einspritzen. Das Kontrastmittel reichert sich in Gallengängen, Gallenblase und dem Bauchspeicheldrüsengang an. Bilder der Kamera können häufig auf einem Monitor betrachtet werden.

Wozu dient die Untersuchung?

Mit der ERCP werden Veränderungen der Gallengänge, Gallenblase und Bauchspeicheldrüsengänge röntgenologisch darstellbar. Folgende mögliche Erkrankungen lassen sich erfassen:
  • Steine in den Gallengängen
  • Tumore im Bereich der Mündung von Gallen- oder Bauchspeicheldrüsengang
  • Entzündungen der Gallengänge
  • Verengungen der Gallengänge durch Entzündungen oder Tumor
  • Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Zysten der Bauchspeicheldrüse
  • Gelbsucht (Ikterus) unklarer Ursache.

Was ist im Vorfeld zu beachten?

Da der Betroffene eine Kurznarkose erhält und eine Untersuchung des Verdauungsapparates erfolgt, darf er vor der Untersuchung mindestens sechs Stunden nichts gegessen oder getrunken haben. Zudem müssen im Vorfeld folgende Umstände bekannt sein:
  • Herzkreislauferkrankungen
  • Lungenerkrankungen
  • Bekannte chronische Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder Aids
  • Bluterkrankheit
  • Einnahme von Medikamenten zur Blutverdünnung (Gerinnungshemmung)
  • Stoffwechselerkrankungen wie Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Lockere Zähne oder Zahnersatz
  • Schwangerschaft.

Wie läuft die ERCP ab?

Vor der Untersuchung wird ein venöser Zugang gelegt und eine Kurznarkose verabreicht. Das Endoskop wird über Mund, Speiseröhre und Magen in den Zwölffingerdarm bis zur Mündungsstelle der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge eingeführt. Der Behandler sondiert mit einem Katheter den Ausführungsgang und spritzt ein Kontrastmittel. Nach der Untersuchung darf mindestens zwei Stunden nicht gegessen oder getrunken werden. Die Bauchspeicheldrüsenwerte werden kontrolliert. Aufgrund der Narkose dürfen Untersuchte 24 Stunden lang nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

Alternativen zu Röntgenuntersuchung der Galle und der Bauchspeicheldrüse (ERCP).

Risiken

Eine Narkose birgt immer Risiken, allerdings handelt es sich hierbei um eine leichte Narkose. Im Zuge der Untersuchung kann es zu Verletzungen oder Blutungen kommen. Im schlimmsten Fall ist eine Durchbohrung eines Ganges möglich, was aber sehr selten ist. Selten ist die Untersuchung auch Ursache einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Entzündung der Gallengänge. Häufiger, in etwa der Hälfte der Fälle, steigt nach der Untersuchung ein Bauchspeicheldrüsenenzym, die Lipase, an.

Alternativen

Andere Bildgebungsverfahren werden häufig im Vorfeld der Untersuchung eingesetzt. Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) ist dabei eine Standarduntersuchung. Die Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) liefern Schnittbilder, bieten aber nicht die Möglichkeit der Probeentnahme oder kleiner therapeutischer Eingriffe.

Kosten zu Röntgenuntersuchung der Galle und der Bauchspeicheldrüse (ERCP).

Da die Untersuchung medizinisch angeordnet werden muss, übernimmt dann auch die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) die Kosten.

Links zu Röntgenuntersuchung der Galle und der Bauchspeicheldrüse (ERCP).

Patienteninformation der Universitätsklinik Freiburg
http://www.uniklinik-freiburg.de/endoskopie/live/patienteninformation/untersuchungen/ercp.html
Autor: Hofmann, Julia08.02.2016

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