Lumbalpunktion

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Methode zu Lumbalpunktion

Die diagnostische Lumbalpunktion ermöglicht die Entnahme von Nervenwasser (Liquor) im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die gewonnene Flüssigkeit lässt sich im Labor analysieren. Dabei können sich Hinweise auf Blutungen, akute oder chronische Entzündungen, Tumorzellen oder eine gestörte Blut-Hirn-Schranke finden. Auch lässt sich durch Messung des Drucks ein erhöhter Hirndruck nachweisen. Therapeutisch lassen sich über den Liquor Medikamente verabreichen.

Wann ist eine Lumbalpunktion notwendig?

Eine Lumbalpunktion kommt bei Verdacht auf verschiedene Erkrankungen in Betracht:
  • Akute und chronische Infektionen oder nichtinfektiöse Entzündungen des zentralen Nervensystems
  • Blutungen im Gehirn
  • Krebserkrankungen des Rückenmarks oder Gehirns.

Was ist im Vorfeld zu beachten?

Die Lumbalpunktion darf unter bestimmten Umständen nicht durchgeführt werden. Dazu zählen der Verdacht auf einen erhöhten Hirndruck, Blutgerinnungsstörungen (auch bei Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente) und erhöhte Blutungsneigung. Die Untersuchung erfolgt nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Analyse.

Wie läuft eine Lumbalpunktion ab?

Die Punktion erfolgt meist bei sitzender, nach vorne geneigter Person. Aber auch eine Punktion im Liegen ist möglich. Der zu Untersuchende legt sich dann auf die Seite. Die Punktionsstelle liegt zwischen 3. und 4. oder 4. und 5. Lendenwirbel. Die Stelle kann örtlich betäubt werden.
Nach gründlicher Hautdesinfektion wird eine spezielle, sehr dünne Hohlnadel in den Zwischenwirbelraum eingeführt und bis in den Rückenmarkskanal vorgeschoben. Sobald das Nervenwasser aus der Kanüle tropft, wird eine kleine Menge in einem Röhrchen aufgefangen. Die Flüssigkeit wird anschließend im Labor untersucht. Nach dem Ziehen der Hohlnadel erhält der Patient eine Wundabdeckung. Nach der Punktion ist ein mindestens zweistündiges Liegen und eine erhöhte Trinkmenge zu empfehlen, um Kopfschmerzen vorzubeugen. Diese treten nach der Punktion häufiger auf und sind nicht von der Menge des entnommenen Liquors abhängig.

Alternativen zu Lumbalpunktion

Ist eine Untersuchung des Nervenwassers nötig, gibt es zur Lumbalpunktion kaum eine Alternative.

Risiken

Häufigste Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen. Diese treten bei fünf bis zehn Prozent der punktierten Personen auf. Den Kopfschmerzen lässt sich am besten mit Bettruhe und einer erhöhten Flüssigkeitszufuhr begegnen. Möglich ist auch eine Behandlung der Punktionsstelle mit Eigenblut. Mit dem sogenannten "Blutpatch" wird die entstandene Verletzung mit Eigenblut verschlossen. Wirksam gegen Kopfschmerzen können auch Nikotin und Theophyllin sein.Selten kommt es zu einem Verlust von Nervenwasser, weil sich die Punktionsstelle nicht verschließt. Auch selten sind Infektionen, Hämatome und Nervenwurzelreizungen infolge der Punktion.

Kosten zu Lumbalpunktion

Sämtliche Kosten der Untersuchung trägt die Gesetzliche Krankenkasse (GKV).

Daten/Fakten zu Lumbalpunktion

Die Untersuchung kann auch ambulant durchgeführt werden. Eine örtliche Betäubung ist meist nicht notwendig, denn die Lumbalpunktion selbst ist wenig schmerzhaft. Allerdings kann es infolge von Nervenreizungen zu Schmerzen kommen, die mit der Korrektur der Nadel meist rasch nachlassen. Bei der Lumbalpunktion werden meist nur zehn bis 15 Milliliter Nervenwasser entnommen. Rückenmarksverletzungen sind kaum zu befürchten, denn an der Punktionsstelle befindet sich kein Rückenmark mehr. Dieses reicht nur bis zum ersten oder zweiten Lendenwirbel. Mit einer Häufigkeit von zehn bis 25 Prozent treten nach dem Eingriff jedoch Kopfschmerzen auf.

Links zu Lumbalpunktion

Informationen der Universitätsklinik Göttingen

Lumbalpunktion bei Multipler Sklerose von "aktiv mit mS"
Autor: Hofmann, Julia02.02.2016

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