Elektroretinogramm

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Methode zu Elektroretinogramm

Die Elektroretinografie ist eine Untersuchung der Netzhautfunktion. In der Untersuchung wird geprüft, ob die Netzhaut (Retina) Lichtreize in Nervenimpulse verwandelt. Denn trifft Licht auf die Netzhaut und die Sinneszellen (Stäbchen und Zapfen) reagieren mit einem elektrischen Impuls.
Sie passen sich den umgebenden Lichtverhältnissen an. Die elektrische Antwort der Sinneszellen auf Lichtreize lässt sich mit Elektroden messen.

Wie funktioniert die Untersuchung?

Elektrische Netzhautsignale lassen sich mithilfe von Elektroden direkt am Auge ableiten. Die Reaktion der lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut auf unterschiedlich starke Lichtreize wird gemessen und als Reaktionsantwort in Kurven aufgezeichnet.

Wozu dient die Untersuchung?

Die Untersuchung lässt verschiedene Netzhauterkrankungen erkennen:
  • Retinopathia pigmentosa: erblich bedingte Erkrankung mit Zerstörung der Netzhautzellen
  • Schädigungen der Netzhaut durch Entzündungen und Durchblutungsstörungen
  • Schädigungen der Netzhaut durch Eisenablagerung (Siderose)
  • Schädigung des Sehnervs durch hohen Augeninnendruck (Glaukom)
  • Schäden des gelben Flecks (Makula)
Als eigentlicher Sehtest zur Untersuchung der Sehschärfe ist dieses Verfahren nicht geeignet.

Was ist im Vorfeld der Untersuchung zu beachten?

Zuvor sind keine besonderen Vorkehrungen zu treffen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Häufigste Untersuchung ist die Helligkeits-Elektroretinografie. Die Pupillen werden mit Augentropfen erweitert. Es werden entweder Elektroden enthaltende Kontaktlinsen auf das Auge aufgelegt oder stattdessen eine feine Faserelektrode verwendet, die ins Unterlid eingelegt wird. Die Untersuchung kann direkt in Helligkeit oder in Dunkelheit beginnen.
Beginnt sie in dunkler Umgebung, muss sich der Betroffene etwa 25 Minuten lang in einem vollkommen verdunkelten Raum aufhalten und anschließend fünf Minuten in einem hellen Raum. Danach werden Lichtreize angeboten, die sich von schwachen zu immer stärkeren Reizen steigern. Die Untersuchung dauert 45 bis 60 Minuten. Spezielle Untersuchungen mit der Elektroretinografie (Muster-Elektroretinografie, Multifokale Elektroretinografie) ermöglichen die Identifikation bestimmter Anteile der Netzhaut, die erkrankt sind.

Alternativen zu Elektroretinogramm

Risiken

Die Untersuchung ist nicht mit besonderen Gefahren verbunden. Lediglich leichte Augenreizungen mit Rötung oder Brennen können auftreten, sind aber in der Regel harmlos. Die Messergebnisse können bei starken Augenbewegungen oder Verrutschen der Elektroden verfälscht sein. Da vor der Untersuchung Tropfen zur Pupillenerweiterung verabreicht wurden, ist eine aktive Beteiligung am Straßenverkehr nachher nicht angezeigt.

Alternativen

Die Funktion der Netzhaut lässt sich nur mit diesem Verfahren objektiv und genau prüfen. Andere Spezialuntersuchungen wie die visuell evozierten Potenziale (VEP) können zusätzlich zur Diagnose beitragen.

Kosten zu Elektroretinogramm

Ist die Untersuchung medizinisch notwendig, übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) hierfür die Kosten.

Daten/Fakten zu Elektroretinogramm

Netzhauterkrankungen sind häufig. Bei der Zuckerkrankheit ist die diabetische Retinopathie eine Folgekrankheit. Sie ist eine der häufigsten Erblindungsursachen bei Erwachsenen. Besonders bei andauerndem Diabetes mellitus Typ 1 entwickeln sich häufig Netzhautprobleme. Auch Erkrankungen des gelben Flecks (Makula) kommen häufig vor. Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) betrifft etwa 4,5 Millionen Menschen in Deutschland.
Sie ist die häufigste Erblindungsursache älterer Menschen in den Industrienationen. Der Krankheitsverlauf ist oft schleichend. Vorsorgliche regelmäßige Augenarztbesuche helfen, die Sehfähigkeit zu bewahren.

Links zu Elektroretinogramm

Informationen der Augenklinik des Universitätsklinikums Dresden

Informationen zu Netzhauterkrankungen
www.auge-online.de
Autor: Hofmann, Julia25.01.2016

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