Darmspiegelung - Dickdarm (Koloskopie)

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Methode zu Darmspiegelung - Dickdarm (Koloskopie)

Die Dickdarmspiegelung (Koloskopie) ist eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms. Sie erlaubt eine Betrachtung des gesamten Dickdarms sowie den Anfangsteil des Dünndarms und ermöglicht die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) und kleineren therapeutischen Eingriffen.
Sie ist eine wichtige Vorsorgeuntersuchung, um Dickdarmkrebs vorzubeugen, da frühzeitig Veränderungen entdeckt werden können, die sich möglicherweise später zu Krebs entwickeln.

Wie funktioniert die Darmspiegelung?

Das Endoskop oder Koloskop ist ein flexibler Schlauch, der etwa 1,40 Meter lang und 1,5 cm breit ist. An der Spitze ist er mit einer Lichtquelle und Kamera versehen, die eine vergrößerte Betrachtung der Darmschleimhaut erlauben.
Die Bilder werden auf einen Monitor übertragen. Im Schlauch befindet sich zusätzlich ein Arbeitskanal mit der Möglichkeit kleine Instrumente einzuführen und damit Eingriffe wie eine Gewebeentnahme (Biopsie) durchzuführen. Eine Spül- und Absaugvorrichtung sind im Gerät ebenfalls enthalten.

Wozu dient die Darmspiegelung?

Eine Untersuchung der Darmschleimhaut ist wichtig, wenn:
  • Blut im Stuhl auftritt (sichtbares oder verdecktes Blut, das mit einem Hämocult, einem Test auf verborgenes Blut im Stuhl, gefunden wurde)
  • Stuhlunregelmäßigkeiten auffallen wie Verstopfung oder Durchfall
  • anhaltende Beschwerden bestehen.
Darüber hinaus handelt es sich um eine Vorsorgeuntersuchung, auf die jeder gesetzlich Krankenversicherte ab 55 Jahre Anspruch hat, bei familiär gehäuft auftretendendem Dickdarmkrebs bereits früher.
Bei verschiedenen Erkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Divertikulose und Divertikulitis dient die Untersuchung der Verlaufskontrolle. Als Nachsorgeuntersuchung ist die Darmspiegelung vor allem für Menschen mit einer Entfernung von Darmpolypen und nach der Behandlung von Darmkrebs wichtig.

Was ist im Vorfeld der Darmspiegelung zu beachten?

Vor der Untersuchung ist eine gründliche Darmreinigung notwendig. Bereits am Tag vor der Untersuchung wird ein Abführmittel angeordnet. Die Ernährung an diesem Tag ist rein flüssig. Am Tag der Untersuchung erhalten Betroffene morgens eine Trinklösung, die der weiteren Darmreinigung dient. Nehmen sie Medikamente ein, sollten sie dies im Vorfeld mitteilen.

Wie läuft die Darmspiegelung ab?

Das Endoskop wird vorsichtig über den After in den Enddarm und weiteren Dickdarm vorgeschoben. Da der Schlauch flexibel ist, folgt er den Darmbiegungen bis zum Beginn des Dünndarms. Um die Schleimhaut besser betrachten zu können, wird sie durch eingeblasene Luft entfaltet.
Bei Veränderungen wie Darmpolypen entnimmt der Behandler Proben, die anschließend feingeweblich untersucht werden. Bei bestehenden Ängsten sind Beruhigungsmedikamente oder sogar eine Kurznarkose möglich.

Alternativen zu Darmspiegelung - Dickdarm (Koloskopie)

Risiken

In seltenen Fällen kann es zu einer Verletzung oder Durchstoßungen der Darmwand kommen. Dies kann sich durch Schmerzen, Fieber, Schweißausbrüche, Erbrechen oder Blut im Stuhl bemerkbar machen. Blutungen aus dem Darm sind auch möglich, wenn Gewebeproben entnommen wurden und Darmpolypen entfernt wurden. Manchmal treten vorübergehende Beschwerden im Analbereich, Blähungen oder Brechreiz auf.

Alternativen

Die virtuelle Darmspiegelung ist eine Alternative. Bei der Untersuchung werden CT-Bilder angefertigt, doch muss der Darm wie bei der konventionellen Darmspiegelung ebenfalls vorher gereinigt werden. Die Aussagekraft ist begrenzter. Kleinere Polypen lassen sich nicht aufspüren und auch keine Gewebeproben entnehmen. Werden Polypen entdeckt, ist eine endoskopische Koloskopie dennoch notwendig.
Eine weitere Möglichkeit ist die Kapselendoskopie, bei der eine sehr kleine Kamera geschluckt wird, die Aufnahmen aus dem Darm liefert. Eine Darmeinigung ist ebenfalls nötig, diagnostische Eingriffe lassen sich damit nicht vornehmen.

Kosten zu Darmspiegelung - Dickdarm (Koloskopie)

Ab dem 55. Lebensjahr ist die Darmspiegelung eine Leistung der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Anschließend haben Versicherten alle zehn Jahre Anspruch auf die Untersuchung. Bei einem familiär erhöhten Risiko für Darmkrebs übernimmt die Krankenkasse die Kosten unabhängig vom Alter.

Daten/Fakten zu Darmspiegelung - Dickdarm (Koloskopie)

Seit dem Jahr 2002 gehört die Früherkennungsuntersuchung auf Darmkrebs zu den Leistungen der Gesetzlichen Krankenkasse. Sie besteht aus einem ab dem 55. Lebensjahr alle zwei Jahre durchgeführten Stuhltest (Hämoccult-Test) und eine zweimal im Abstand von zehn Jahren durchgeführte Darmspiegelung.
Hierbei lassen sich Darmpolypen entdecken und entfernen. 80 Prozent der Darmkrebserkrankungen sind damit vermeidbar.
Dabei übersteigt der Nutzen der Untersuchung das Risiko: Nur in 0,26 Prozent der Fälle ist mit Komplikationen zu rechnen. Im Alter von 55 bis 65 Jahren nehmen jedoch nur gut drei Prozent der Bevölkerung an der Vorsorgeuntersuchung teil, Frauen etwas häufiger als Männer.

Links zu Darmspiegelung - Dickdarm (Koloskopie)

Informationen und Broschüren zum Thema Darmkrebs und Früherkennungsuntersuchung
Deutsche Krebshilfe e. V.
Buschstr. 32
53113 Bonn
Telefon.: 0228 - 7 29 90-0
Fax: 0228 - 7 29 90-11
E-Mail: deutsche@krebshilfe.de
http://www.krebshilfe.de

Merkblatt des Gemeinsamen Bundesausschusses
http://www.g-ba.de/downloads/17-98-2233/2010-07-27_Merkblatt%20Darmkrebs.pdf
Autor: Hofmann, Julia20.01.2016

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