Transplantationsnachsorge

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Methode zu Transplantationsnachsorge

Nach einer Organtransplantation müssen vor allem unerwünschte Reaktionen des Immunsystems gehemmt werden (Immunsuppression), damit das fremde Organ angenommen wird. In der Regel geschieht dies zwei bis drei Wochen lang stationär, anschließend muss ein bis zwei Mal in der Woche ambulant kontrolliert werden. Es geht darum, Beschwerden zu erkennen, die auf eine (chronische) Abstoßung schließen lassen.

Wann sind die Nachsorgekontrollen angezeigt?

Bei folgenden Warnzeichen:
  • Schmerzen im Transplantationsbereich
  • Wassereinlagerungen im Bein auf Transplantatseite
  • Wenn sich das Transplantat ausdehnt.

Auch bei unspezifischen Anzeichen einer Abstoßungsreaktion wie:
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Höherer Blutdruck
  • Gewichtszunahme
  • Fieber.

Wie läuft die Nachsorge ab?

  • Medikamente werden zusammengestellt
  • Eventuell auftretende Nebenwirkungen von Medikamenten werden behandelt
  • Die Blutwerte werden regelmäßig bestimmt, um die Leistungsfähigkeit des Organs festzustellen oder mögliche Entzündungen im Körper zu erkennen
  • Der allgemeine Gesundheitszustand wird überwacht: Es wird empfohlen in einem Tagebuch Werte wie Blutdruck, Puls, Temperatur und das allgemeine Befinden zu vermerken
  • Mögliche Veränderungen und Komplikationen werden durch radiologische Untersuchungen wie etwa Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) überwacht
  • Manchmal müssen Gewebeproben entnommen werden (Transplantatbiopsie), damit eventuelle Zellveränderungen genauer untersucht werden können.
Zeigt sich ein komplikationsloser Verlauf, kann der Abstand auf vierteljährliche ambulante Kontrollen ausgedehnt werden.

Wie geht es weiter?

Die psychologische Begleitung
Eine Transplantation ist ein forderndes Lebensereignis. Häufig waren vor der OP neben körperlichen Einschränkungen auch viele Ungewissheiten zu bewältigen. Ebenso kommt es nach der Transplantation öfter zu erneuten psychischen Belastungen: Es ist die Angst, auf ein fremdes Organ und möglicherweise lebenslang auf Medikamente angewiesen zu sein. Jederzeit können Komplikationen auftreten. All das muss psychisch verarbeitet werden und oft braucht es dazu Unterstützung. Besonders in den ersten Monaten nach der Transplantation ist daher eine therapeutische Begleitung wichtig. Mit dem Therapeuten können Ängste und Sorgen besprochen werden, die vielleicht für die Familie und Freunde zu belastend wären. Auch hilfreich ist oft der Erfahrungsaustausch mit anderen Transplantierten in Selbsthilfegruppen. Das Gefühl, mit dieser Situation nicht allein zu sein, hilft vielen Betroffenen enorm.

Alternativen zu Transplantationsnachsorge

Es gibt keine Alternative zur Transplantationsnachsorge. Die Reaktionen, die im Körper auftreten, wenn ein Organ abgestoßen wird, sind entsprechend dem transplantierten Organ unterschiedlich:

Bei Herztransplantationen können auftreten:


Bei Nierentransplantationen:

  • Geringere Urinmengen
  • Wassereinlagerungen im Gewebe.

Bei Lebertransplantationen:

  • Augen und Haut verfärben sich gelblich
  • Heller Stuhlgang
  • Dunkler Urin.

Bei Transplantationen der Bauchspeicheldrüse:

  • Anstieg der Zuckerwerte im Blut.

Kosten zu Transplantationsnachsorge

Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die anfallenden Kosten der Transplantationsnachsorge. Auch die Fahrtkosten zur ambulanten Nachsorge werden in den ersten drei Monaten anteilig übernommen. Ebenso die psychologische Begleitung, sofern sie durch einen Arzt oder Psychologen mit kassenärztlicher Zulassung erfolgt. Für die Kosten einiger Medikamente müssen die Betroffenen in der Regel selbst aufkommen. Die Kostenerstattung bei Privaten Krankenkassen ist vom gewählten Tarif abhängig.

Daten/Fakten zu Transplantationsnachsorge

Empfohlene Vorsorge- und Begleituntersuchungen

Begleitende Untersuchungen:
  • Die Augen sollten regelmäßig kontrolliert werden, da manche Medikamente (Corticosteroide) zu Veränderungen der Sehkraft oder zur Entwicklung eines Grünen Stars (Glaukoms) oder Grauen Stars (Katarakts) beitragen können.

Untersuchungen zur Krebsvorsorge:

  • Frauen: gynäkologische Untersuchungen im halbjährigen Abstand
  • Männer: Prostatauntersuchungen halbjährlich
  • Jährlich zum Dermatologen und zur Darmspiegelung.

Links zu Transplantationsnachsorge

Weitere Informationen zur Organtransplantation
http://www.bgv-transplantation.de/index.html
Autor: Koll, Livia05.01.2016

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