Sensitive Integration nach Ayres

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Methode zu Sensitive Integration nach Ayres

Der Ausdruck "Sensitive Integration“ bedeutet so viel, wie „die Sinne zusammenfügen“ und bezeichnet das koordinierte Zusammenspiel unserer Sinne Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen, auch Sensorische Integrationstherapie genannt. Bei einer sensorischen Integrationsstörung liegt eine unzureichende Verknüpfung von Nervenzellen und Hirnstrukturen (hirnphysiologische Dysfunktion) vor und damit ein gestörtes Zusammenspiel unserer Sinne.
Die Methode stammt von der Psychologin und Ergotherapeutin A. Jean Ayres.

Wer profitiert von dieser Therapieform?

  • Überwiegend Kinder, aber auch Erwachsene
  • Menschen, die bereits als Kinder Wahrnehmungsprobleme hatten
  • Menschen, die an neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall oder etwa Multiple Sklerose leiden
  • Psychisch Erkrankte, die von Körperwahrnehmungsstörungen betroffen sind (Schizophrenie)
  • Demenz-Patienten in der Geriatrie.

Was ist im Vorfeld zu beachten und wie zeigt sich eine sensitive Integrationsstörung?

Beispiele:
  • Das Schreiben wird durch eine Koordination von Seheindruck und Handbewegung gesteuert. Sehinformation, Berührungssinn der Hautrezeptoren und die Bewegungsfähigkeit von Gelenken, Sehnen und Muskeln ergeben ein funktionales System. Bei Problemen in diesem Bereich ist der Schreibvorgang gestört
  • Wird ein Geräusch wahrgenommen, dreht sich der Kopf zur Seite um die Richtung zu orten. Bei einer Störung mangelt es an der notwendigen Reizsensibilität mit Auswirkungen auf eine geplante Bewegungskoordination, umgangssprachlich Ungeschicklichkeit (Koordinationsstörung, auch Dyspraxie).
  • Ebenso kann eine Überempfindlichkeit des Tast- oder Gleichgewichtssinns (vestibulär) vorliegen. Das Nervensystem kann die einströmenden Reize nicht genügend sortieren oder blocken. Als Folge meiden Betroffenen Berührungen beispielsweise bei Bahnfahrten und öffentlichen Anlässen.

Wie läuft die Therapie ab?

  • Erlernen von Techniken, die die sensorische Verarbeitung normalisieren und das jeweilige Erregungsniveau verändern
  • Ein Training zur gezielten Lenkung der Aufmerksamkeit
  • Die Förderung spielerischer Entwicklung von Ideen und die Motivation zu eigenen Aktivitäten
  • Die Einübung motorischer Planung und damit geschickterer Bewegungen.

Was ist generell zu beachten?

Es handelt sich in der Regel um eine nondirektive Therapie. Der Therapieverlauf wird durch die Möglichkeiten Betroffener und nicht durch den Therapeuten bestimmt. Im Fokus der gemeinsamen Arbeit stehen individuelle Entwicklung und persönliche Fortschritte. Die Therapeuten sind häufig Ergotherapeuten. Bei regelmäßiger Teilnahme an den Therapiestunden sind erste Erfolge häufig schon innerhalb weniger Wochen möglich.

Alternativen zu Sensitive Integration nach Ayres

Sensorischen Störungen können ebenso mit Methoden der Ergotherapie und Logopädie behandelt werden.

Kosten zu Sensitive Integration nach Ayres

Die Sensitive Integration nach Ayres wird als Kassenleistung im Rahmen einer Ergotherapie anerkannt. Im Regelfall werden von den Gesetzlichen Kassen bis zu 40 einzelne Therapiesitzungen übernommen.

Daten/Fakten zu Sensitive Integration nach Ayres

Anzeichen für eine Störung der sensorischen Integration

Im Säuglings- und Kleinkindalter, auch bei eventuell bereits bestehender Hyperaktivität:
  • Die Körperhaltung ist teilweise asymmetrisch
  • Motorische Entwicklungsverspätung
  • Ungefährliche Reize lösen merkwürdige Reaktionen aus
  • Das Kind mag weder schmusen, noch Berührung
  • Starke Schlafstörungen
  • Essprobleme, eventuell auch Saug-, Schluck- und Trinkprobleme

Im Vorschul- und Schulalter:
  • Schwächliche Körperhaltung
  • Nächtliches Einnässen
  • Ungeschicklichkeit und Konzentrationsschwäche
  • Lern- und Leistungsstörungen
  • Aggressives oder regressives Verhalten
  • Akute Angstgefühle
  • Schlechtes Gedächtnis und eine langsame oder verzögerte Sprachentwicklung.

Beispiele therapeutischer Aktivitäten während der Therapie:

  • Motorische Planungsfähigkeit kann über die Provokation der motorischen Anpassungsleistung geübt werden
  • Taktile (Berührungs-) und vestibuläre (den Mund betreffende) Überempfindlichkeit lässt sich über propriozeptive Auslöser (die Tiefensensibilität betreffend, Körperwahrnehmung) wie Tiefendruck oder das Entgegenarbeiten hemmen
  • Eine gezielte Reizsetzung, zum Beispiel durch therapeutisches Reiten, kann die muskuläre Grundspannung verbessern
  • Genutzt werden auch lineare Beschleunigungen wie Rollbrettfahren, Trampolinspringen oder Schaukeln.

Links zu Sensitive Integration nach Ayres

Gesellschaft für Sensorische Integration Jean Ayres, Deutschland und International e. V.
Autor: Koll, Livia15.12.2015

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